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Die Deutsche Revolution : Geschichte der Deutschen Bewegung von 1848 und 1849 / von Wilhelm Blos ; illustrirt von Otto E. Lau
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lament ein kräftigerer Geist geherrscht, so würde man zur rechten Zeit dieGrundrechte in Gesetzesform gebracht, sie in den deutschen Staaten ein-geführt und alles Widersprechende beseitigt haben. So aber blieben dieGrundrechte ein mit schönen Worten bedrucktes Blatt und weiter nichts.

Diegemüthlichen" und parlamentarischen Revolutionäre von derLinken sahen nicht, wie das Zutrauen im Volke zu schwinden begann.Mancher Däumling blies sich gar mächtig auf und die Eitelkeit wurdegefördert durch die Wichtigkeit, welche die Presse, auch die demokratische,den Reden in der Paulskirche beilegte. Es gab nur wenige Blätter,

Karl Vogt.

welche zeitig die schiefe Ebene erkannten, auf der das Parlament hinab-glitt. Der größte Theil der Tagesblätter bewegte sich naturgemäß auchin den Tagesphrasen und die entschieden demokratische Presse konntegegen den Schwärm der Philisterblätter nicht aufkommen. Das Heidel-berger ProfessorenblattDeutsche Zeitung" gab den Ton an für eineReihe von Blättern ähnlichen Schlages. Die größeren Zeitungen, dieKölnische" am Rhein und dieVossische" in Berlin, gaben einem halb-reaktionären Liberalismus und einem flauen Konstitutionalismus Ausdruck;sie sprachen von den Reden der konstitutionellenStaatsmänner" vollEhrfurcht und Bewunderung, wie von einem neuen Evangelium. Die