Band 
Erster Theil.
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Erstes Kapitel.

die deutschen Protestanten, an England an. In den schlimmstenTagen der Liga war das französische Volk nicht durch Bitten,Drohungen, Schmeicheleien, Verheißungen dahin zu bringen ge-wesen, um der Religion willen das Land an Spanien zu über-liefern. Der Sieg, den dann durch Heinrich IV. die gemäßigtePartei gewonnen hatte, konnte selbstverständlich nur zur Befestigungdieser Lage beitragen. Nach seinem Uebertritte zum Katholizismusänderte Heinrich nicht im mindesten seine Politik, und während ersich bei j^er Gelegenheit als den ergebensten Sohn der Kirche be-kannte, setzte er sein Bündniß mit den Neformirten, mit England,Holland und den deutschen Protestanten unverkümmert fort. Hier-durch hatte sich nun die Sachlage so gestaltet, daß einstweilen, be-sonders in Frankreich selbst, dann aber auch im übrigen Europa, derGegensatz zwischen den beiden Religionen etwas zurücktrat und dafürdie Gegnerschaft zwischen dem sranzösisch-englisch-holländischen und demspanisch-kaiserlichen Interesse sich mehr in den Vordergrund stellte.')Betrachten wir nun etwas eingehender die politischen Zustände undStimmungen in jenen Ländern, besonders in den wichtigsten der-selben, Spanien und Frankreich.

Spanien's Macht dehnte sich damals gewaltig über die beidenHemisphären aus. Das ganze Reich zerfiel in vier Theile,") diespanischen Königreiche, die italienischen Staaten, die indischen Be-sitzungen und Flandern. Spanien selbst wurde in zwölf Königreichegetheilt, obgleich es im Grunde nur aus den drei Kronen Kastilien,Aragon und Portugal bestand. Die nord- und WestafrikanischenBesitzungen hingen gleichfalls von Spanien ab. Die italienischenStaaten unter Spaniens Botmäßigkeit waren die Königreiche Neapel,Sizilien und Sardinien, das Herzogthum Mailand und die drei

') Vgl. viseours du äue äs liobun äurunt sss xsrsseutious äs 8t. äesu,p. 27 §. (Usw. äu äuv äs Robuu, Llrsv. sä. 2, 1646).

r) RelgLious äi I'rriiic. Veuäruinino (1595) und Relur. äi Xa.ui(1598) bei Liberi ser. I. vol. V- 443 L 475 L; Rslar. äi 1'rune. 8oruurobei Lursüri e Lsrebet, I., I. 27 §.