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Erstes Kapitel.
Eigenschaft bei den Spaniern in ganz verkehrte Bahnen gelenkt.Auch der niedrigste von ihnen fühlte sich als Oberherr über vieleandere Völker, als Adliger schon durch seine Eigenschaft als Spanier.Nicht etwas Höheres zu werden, sondern ein Höherer zu scheinen,war das Bestreben jedes Spanier's, so gering auch sein Stand seinmochte. Anmaßung und falscher Stolz sielen den fremden Nationenam Spanier zuerst auf und machten ihn Allen verhaßt.') Unterden Pecheros hatte sich eine Gesellschaft von 25,000 Wohlhabendengebildet, welche dem Könige 2000 Scudi per Kopf, also zusammeneine Summe von 50 Millionen Scudi oder — nach jetzigem Geld-werthe — von 420 Millionen Thalern anbot, wenn er sie alle inden Stand der Hidalgos erheben wollte. Noch bezeichnender aberist es, daß Philipp III. mitten in seiner Finanznoth dies Anerbietenabwies, obwohl er mit diesem Gelde fast die Hälfte seiner Schuldensofort hätte tilgen können!^ Die Hidalgos ihrerseits suchten sichvon jeder Arbeit frei zu machen, schmückten ihre Häuser mit Kunst-werken und Kostbarkeiten und traten in prächtigen Gewändern auf,das Schwert an der Seite und einen Diener im Gefolge, um ganzund gar den Rittern zu gleichen; viele Gewerbe waren ihnen ge-radezu untersagt, wenn sie nicht ihre Hidalgowürde verlieren wollten?)Die Anmaßung der Vornehmen endlich kannte keine Grenze. Siehielten sich, obwohl sie faktisch gar keine politische Macht be-saßen, den italienischen Herzögen — thatsächlichen Souveränen —an Rang und Ansetzn vollkommen gleich?) Trotz ihrer groben Un-bildung wollten sie Alles verstehen, mischten sich in Alles, verachtetendie Niedrigen und die Fremden überhaupt und lebten dabei, da siees für unter ihrer Würde hielten, eine ordentliche Wirthschaft zuführen, in beständigem Geldmangel. Im Felde waren sie gar nicht
') 6s.mpÄiieIlL, vs Llou. 8isx. 244; b'r. 8or-mro 55; §r. kriuli 370.
§r. Loranro.
2) 6b. Veiss I. 142.
«) kriuU 371.