Band 
Erster Theil.
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Einleitung.

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alte burgundische Reich zu beiden Seiten der Westalpen zu erneuernoder auch, wie man es noch phantastischer ausdrückte, ein König-reich der Mobrogen zu stiften. Karl Emauuel, hitzig und leiden-schaftlich, suchte diesem hohen Ziele auf jedem Wege näher zu kom-men und war so fortwährend mit Entwürfen zu großen Umwäl-zungen beschäftigt, ohne bisher irgend einen wesentlichen Erfolg da-mit erzielt zu haben?)

Das Großherzogthum Toskana^) dagegen verfolgte, recht imGegensatze zu dem savoyischen Militärstaate, eine durchaus friedlichePolitik. Es umfaßte die drei früheren Republiken Florenz, Siena undPisa; ein theils sehr fruchtbares, theils von Alters her durch Gewerb-fleiß bereichertes Land. Zur Zeit der Republik hatten hier 1,300,000Menschen, meist in blühendem Wohlstände, gewohnt: jetzt war dieBevölkerung auf eine Million gesunken. So war auch die HauptstadtFlorenz selbst von 120,000 auf 80 bis 90,000 Bewohner herabge-kommen. Aber das Land war noch immer in gutem Stande, derAckerbau entwickelt, der Handel umfangreich. Ohne übergroße Mühezog der Großherzog Ferdinand von seinen begüterten Unterthanenein jährliches Einkommen von 1,100,000 Scudi — nach jetzigemGeldwerthe etwa 9Vs Mill. Thaler. Da die jährlichen Ausgabenhöchstens 800,000 Scudi betrugen, so hatten die Großherzöge be-reits einen beträchtlichen Schatz aufgehäuft ^): gewiß eine seltene Er-scheinung in der damaligen Zeit, wo alle Staaten so tief verschul-det waren. An besoldeten Truppen unterhielt der Großherzog inFriedenszeiten nur 700 Fußsoldaten, 400 leichte Reiter — und1200 Pionniere. Aber die Miliz des Großherzogthums umfaßte30—35,000 wohl eingeübte Leute. Zwei Galeonen, zwei Galeassen,

0 Kampschulte, Johann Calvin. 1. (Leipzig 1869) 22, 24. — Unärx-Lle-iios, Ta iriaison äs Lavoie, 8ss oriAines st ss politigne (Rsvns ciss Dsnx-Llonäes, 15. Xov. 1866).

0 Rsl. äi ilom. Ooiitarini 1588 (Xlb. XV. 251 L) und äi ^rrme. 6on-lai-iiii 1598 <X1d. 11., V., 433 L).

3) Am A 1598 enthielt dieser Schatz bereits 3 Miil. Scudi — 25'/- Mill.Thaler nach jetzigem Werthe, loni. Oontarini, 259