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Zweites Kapitel.
das Gebiet von Barcelonetta. Auch in der Hoffnung auf seine per-sönliche diplomatische Geschicklichkeit sah Karl Emanuel sich getäuscht,denn der König verweigerte alle direkten Verhandlungen über die t
schwebende Angelegenheit mit ihm, vielmehr mußten von beidenSeiten je fünf Deputirte ernannt werden, die mit einander eineArt Konferenz abhielten. Alle Versuche des Herzogs, seine Bered-samkeit persönlich auf Heinrich IV. einwirken zu lassen, wies dieserhöflich aber ganz entschieden zurück. Endlich bot ihm der eben sogewissenlose wie sanguinische Karl Emanuel vertraulich für die Mark-grafschaft Saluzzo sein Bündniß — zur Eroberung Mailand's,
Neapel's und des Kaisertitels für Heinrich an, aber natürlich erhielter hierauf nur spöttische Antwort.
So waren alle die kleinen Künste, auf welche der Herzog ge-rechnet, vergebens gewesen; indeß er ließ sich durch dieses Mißgeschicknicht entmuthigen, und versuchte es auf andere Weise: seine Vor-schläge zum Gebietsaustausch wurden immer freigebiger, wenn ernur das Streitobjekt, Saluzzo, behalten dürfe. Er wollte dem Kö-nige dafür einige Plätze in der Bresse, ja selbst die ganze Bressegeben, unter der Bedingung, daß ein savoyischer Prinz dort Gou-verneur werde; ferner Barcelonetta und einige andere Orte in Italien.
Am 17. Januar 1600 wiederholte er diese Anerbietungen und wolltenoch das ganze Thal der Stura dazu geben: umsonst, alles diesgenügte Heinrich IV. nicht. In dieser Noth nahm Karl Emanuelseine Zuflucht wieder zum Papst, dessen Einmischung er soeben erstselbst beseitigt hatte; dieser solle vermitteln und die Markgrafschaft inDepositum nehmen. Dazu, erwiderte der König, sei es jetzt zu spät.')
Am 11. Februar übergab dann der Herzog ein umfangreichesAktenstück, in welchem vierfache Vorschläge gemacht wurden?) Der ^
erste derselben ging dahin: der Herzog liefert dem Könige die Mark-grafschaft unter den Bedingungen aus, daß 1. dieselbe einen dem
'> N8. Dep. Tassis' v. 4. Febr.; Arch. v. Sim. L 1603.
2 ) ÄI8. Dep. Taisis' v. 12. Febr.; idi6. !
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