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Zweites Capitel.
lich als Montmelian in der äußersten Gefahr schwebte, begann Fuentesauf die flehentlichen Bitten des Herzogs, seine spanischen unditalienischen Regimenter in Piemont einrücken zu lassen, bis zuletzt14,000 Spanier die Grenzen passirt hatten. Doch merkwürdigesSchauspiel! statt gegen Biron oder Heinrich IV. vorzumarschiren,breiteten sich die Spanier vielmehr in den besten Festungen Pie-mont's aus und sahen trotz allen Flehens des Herzogs müßig zu,wie Montmelian und St. Catherine in die Hände der Franzosenfielen.')
Die Lage des Herzogs am Ende des Jahres 1600 war eineverzweifelte. Alle seine Pläne in Bezug auf Unruhen im InnernFrankreichs waren gescheitert; vielmehr konnte Heinrich mit einigemStolze sagen: „Monsieur von Savoyen hat seine Hoffnungen aufeinen falschen Punkt gerichtet, denn ich bin sicher, in meinem Reichekeinen Herrn oder Ritter von so schändlichen Gedanken zu haben,erstens, weil ich mir bewußt bin, ihnen niemals hierzu Veranlassunggegeben zu haben, und zweitens, weil bei dem geringsten Zeichensolcher Gesinnung bei einem von ihnen, ich ihm den Kopf vor dieFüße tanzen lassen würde." So hatte denn der französische Königohne jede ernste Schwierigkeit den Ursitz des savoyischen Hauses mitallen seinen unüberwindlichen Alpenfestungen erobert. Und währendderselben Zeit hatten die Spanier, die Freunde und Verbündetendes Herzogs, die andere Hälfte von dessen Ländern — Piemont —besetzt, und schienen nicht übel Lust zu haben, sich dort für längereZeit niederzulassen und damit einen alten Wunsch der spanischenRegierung zu erfüllen.
In Gefahr also, Alles an seine beiden übermächtigen Nach-baren zu verlieren, hielt Karl Emanuel es für gerathen, nun wirk-lich im Ernste an den Frieden zu denken, um sich sowohl seinerBeschützer als seiner Feinde zu entledigen. Freilich gab er dabei
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