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Drittes Kapitel.
von Joyeuie und Ossat leicht und schnell beruhigt worden;') warer doch überhaupt von Fanatismus weit entfernt. Dagegen trafenvon den Parlamenten zu Rouen, Bordeaux und Toulouse Depu-tationen ein, um dem Könige Vorstellungen wegen des Edikts zumachen. Sie wurden zwar sehr scharf abgefertigt unter den heftig-sten Vorwürfen und Drohungen: aber nichts desto weniger wurdedurch dieses Uebelwollen der drei Parlamente die Veröffentlichungdes Edikts in deren Sprengeln bis in den Juli des Jahres 1600verzögert?) —- Auf der anderen Seite ergaben auch die Refor-mirten sich nicht so leicht in ihr Schicksal: in den Gegenden, inwelchen so lange das „reine Evangelium" ausschließlich geherrschthatte, die „Lehre des Antichrist" von neuem das Haupt erheben zusehen.
Es zeigte sich recht deutlich, wie weit eigentlich das Edikt vonNantes seiner Zeit voraus war. Ueberall hatten die Kommissaredes Königs mit dem Uebelwollen zu kämpfen. Die Reformirtenwidersetzten sich der Einführung der Messe und der Rückgabe derKirchengüter an die Katholiken, sogar oft mit gewaffneter Hand; sidie katholischen Priester und Magistrate der Wiedereröffnung derhugenottischen Bethäuser. Aber hier erwies sich andererseits wiederdie Gewalt, welche das Königthum in den letzten Jahren erlangthatte Von dem Ansehen desselben gedeckt, verfuhren die Kommissaremit durchgreifender Energie. Die Anwendung der Worte Hugenottund Papist zu Schimpfnamen wurde streng untersagt; den Predi-gern beider Parteien wurde jede polemische oder politische Aeußerungunter Androhung harter Strafen verboten. Den Verwaltungs- und
0 Rist. äs I'Lä. äs U:mtss, 1. VI., t. 1. 279 11 — Depesche d'Ossat'sv. 28. März 1599; lettres ä'Ossat, I. 621 11.
r) lottr. iniW., V. 162, 180. — Wie gros; der Widerstand war, denHeinrich fand, kann man schon an den Worten seines eigenen Kanzlers erkennen,welcher offen ausspricht, das Edikt sei ausgeführt worden ä 1a Iwnts st «ou-knsioil äs esst Lstat (Asm. äs Oliivsrn/, 318.).
3) lettr. mist,., V. 450.