Band 
Erster Theil.
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Drittes.Äavitel.

etwas anderes einzubringen, als Schmach und politische Nachtheile.Der Kummer, den Hof und Volk Spanien's über all' dies Mißge-schick empfanden, war sehr groß. Mit vollem Recht, denn welchesStaatswesen hätte wohl auf die Länge solche Schläge auszuhaltenvermocht!

Das also waren die Ergebnisse der noch nicht vierjährigen Re-gierung Lerma's in Bezug auf die äußere Politik: die Schwächungund Entfremdung Savoyen's, in den Niederlanden Verlust auf Ver-lust, Streitigkeiten mit der ganzen Welt, Niederlagen und unnützeOpfer an Geld und Menschen in Afrika und Europa. Wir werdenspäter auch die Erfolge seiner inneren Verwaltung aufzählen unddann sehen, daß er dort feinem Lande eben so sehr zum Verderbengereichte, wie in der hohen Politik.

Welch' ungünstigen Ausgang hatten die spanischen Unter-nehmungen in den letzten Jahren gehabt! Und nichts desto wenigerermüdete diese Regierung nicht, immer neue Anschläge zu schmieden.Auf einen Mann besonders hatten die Spanier und Savoyer beiallen ihren Plänen gegen Frankreich ihr Vertrauen gesetzt:,auf denMarschall Biron. Bisher hatten freilich alle seine verrätherischenVersuche keinen Nutzen gebracht: aber doch erneuerte er sie be-ständig, bis sie ihn selbst in den Abgrund stürzten, den er seinemköniglichen Wohlthäter und seinem Vaterlande hatte öffnen wollen.

Wir haben noch einige zuverlässige Schilderungen von Biron.Er war von mittlerer Gestalt, ziemlich stark, von dunkeler Gesichts-farbe, mit tiefliegenden dunkeln Augen, die oft stechend blickten.Ein großer Krieger, nach dem Ausdrucke der Zeit kühner als seinDegen, abenteuerlich, seine Unternehmungen mehr durch Tollkühn-heit als durch Ueberlegung zu glücklichem Ende führend, maßlosehrgeizig, stolz und hochfahrend, treu als Freund, ruhmredig, nurseine eigenen Thaten achtend, ft In ihm hatte sich so recht die Hy-bris der antiken Tragödie verkörpert.

>) 8uxxt. 5 1'tÄt., 336. — Usuwires äs LsÄLvais-HsnAis (?siis 1665),