204
Drittes Kapitel.
des Reiches verständigt hatte, mußten in eben dem Augenblicke jedenVerständigen abstoßen, wo sie sich völlig enthüllten. Der Herzogvon Montpensier, selbst ein Prinz von königlichem Geblüt, hättegern in seiner Provinz eine ziemliche Unabhängigkeit erworben undwohl sein Gouvernement seinen Kindern zu vererben gewünscht:aber der Krieg gegen seine eigene Dynastie auf Seiten der Spa-nier und Savoyer, die gänzliche Trennung Frankreichs in mehrereStücke schienen ihm doch allzu verbrecherisch und zugleich allzuthöricht. Noch zur rechten Zeit zog er sich von der ganzen Ange-legenheit zurück. ') Nicht anders machten es la Tremoille undMontmorency sowie der Herzog von Epernon, der sich — wie er-wähnt — wohl immer nur von weitem mit der Verschwörung be-faßt hat, ihr nie näher getreten ist. Er war viel zu vorsichtig undmit dem, was er besaß, zu sehr zufrieden, um sich und all' seinGut von neuem in Gefahr zu begeben. Auch er also trennte sichgänzlich von Biron.
Inzwischen hatten die Verhandlungen des letzteren mit Fuentesununterbrochen fortgedauert. In demselben Augenblicke, wo Heinrichden Marschall nach Calais zu sich berief, hatte derselbe einen Men-schen zu geheimen Verhandlungen nach Spanien geschickt. Als Birondurch Montbeliard kam, um sich auf seine Gesandtschaft nach derSchweiz zu begeben, hatte er ein vierstündiges Gespräch mit Watte-ville, dem Agenten des Herzogs von Savoyen. In der Schweizangelangt, sandte er seinen Sekretär Hebert an Fuentes, um ihre Ver-abredungen zu einem endgültigen Abschlüsse zu bringen. Der Gangder Verhandlungen war inzwischen folgender gewesen. Nach dem
') 4ubiAne, V. 11, x. 492.
2 ) LI8. krooes tatet älliron sN8. Zul., toi. 40. der Kgl. Bibl. zu Berlin):Verhör Hebert's am 23. Juni 1602. — 1?. Nattliten, II. 106, 4. L.
Nach den bisher unbenutzten höchst wichtigen Verbörcn von Biron'sVertrauten Lux, seinem Sekretär Hebert und Agenten Comblat, N8. transnisder Ksrl. Bibl. zu Paris, rol. 4020. x. 684. — 74 4. Diese Aussagen sinderst nach dem Tode Biron's gemacht, da während dessen Lebzeiten keiner dieser