Band 
Erster Theil.
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Drittes Kapitel.

Wie bedrohlich war für Heinrich IV. diese Verbindung innererund äußerer Feinde! Seine Ehre und sein Leben, seine Dynastie,das ganze französische Reich standen auf dem Spiele. Der Königsah sich deshalb zu ernsten Gegenmcchregeln genöthigt; Zaudernwäre hier Untergang gewesen. Zunächst versuchte er, seiner bisherigenWeise getreu, es noch einmal, Biron selbst zu retten, ihn auf einenbessern Weg zu sich hinüberzuziehen und dadurch zugleich sich selbstdie Bekämpfung des populären Marschalls zu ersparen. Er botdeshalb Biron den Umtausch seines Gouvernements mit dem größe-ren der Guyenne an, ja zur Belohnung wollte er ihm noch 200,000Ecus und die wichtigen Schlösser Trompette und Blaye bei Bordeauxschenken. So Vortheilhaft auch dieser Vorschlag an sich war, Bironwies ihn zurück: er wollte eben nicht, wie Heinrich dies gewünschthatte, sich von der Nachbarschaft Mailand's und Savoyen's trennenlassen?) Nun blieb Heinrich allerdings nichts übrig, als sich mitallen Mitteln seines Reiches zu dem entscheidenden Kampfe zu rüsten,mochte derselbe gegen innere oder gegen äußere Feinde oder gegenbeide zugleich zu führen sein.

Er war über die Umtriebe im Schoße Frankreichs sowie überderen Zusammenhang mit Mailand und Turin längst unterrichtet.In allen Provinzen hatte er „getreue Diener", die ihn über dieVorgänge in ihrer Umgebung stets auf dem Lausenden erhielten undihm zumal über das verrätherische Treiben von Biron's Agentenschon seit mehr als einem Jahre Bericht hatten zukommen lassen?)Genauere Enthüllungen machte dann zuerst im Februar 1602 Com-belle, der Vertraute La Fin's, als er wegen der Ermordung einesOheims eingezogen wurde; hierdurch glaubte er sich zu retten?) Sowußte der König von den Verhandlungen der Verschworenen in

0 Llnttvisu, II. 100

8n1I^, Oso. rox., eli. 103 x. 367, cw. 109 p. 393. — ?. Nnttkieu,II. 107 6.

Winwood an Cccil, 11. Juni 1602, nach den eigenen AeußerungenHeinrichs an ihn, IVinev. Nsm., I. 418.