Scheinfriede.
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dern gewährt, und sott es deutlich aussprechen, daß, im Falle Hein-rich nicht ein anderes Verfahren einschlüge, sein König vor Gottund Menschen gerechtfertigt sein würde, wenn er mit allen Mittelnfür die Sicherheit seines Staates Sorge trüge. In demselben Sinneschrieb Philipp an den Herzog von Sessa. Dieser solle alles Ge-schehene dem Papste berichten und denselben darauf aufmerksammachen, daß durch die Schuld seines Königs niemals ein Bruchdes Friedens stattfinden würde, daß aber Philipp III. die Belei-digungen nicht mehr ertragen könne, die er bisher erduldet, und dieihn Heinrich jeden Tag erdulden lasse.
An demselben Tage — dem 10. September — wurde derStaatsrath beauftragt,') zu berathschlagen, wie man die flagranteVerletzung des Friedens von Vervins durch Heinrich IV. rächen könne.
Wir haben gesehen, wie König Heinrich zwar auf alle Weiseden Habsburgern entgegen zu arbeiten suchte, wie er überall ihreFeinde unterstützte und anreizte: wie er aber auf der andern Seitealles, was ihn in einen offenen Kampf mit Spanien oder demKaiser verflechten konnte, sorgfältig, ja fast ängstlich vermied. Sohandelte er denn auch bei dieser Gelegenheit. Sowie er die großeVerstimmung der Spanier über die Vorfälle an der Nhonebrückemerkte, begann er zurückzuweichen. Schon am 11. August konnteTassis feinem Könige melden, daß Heinrich den Weg nach Flandernden Neapolitanern geöffnet habe, weil er eingesehen, daß sie keineüblen Absichten hegten, Zwar erklärte Heinrich wenige Tage spä-ter: obwohl er den Rückzug Lavardin's und die Oeffnung der Rhone-brücke anbefohlen, sei er doch gezwungen, die letztere von neuem zuverschließen, wenn Fuentes seine Umtriebe noch weiter fortsetzte: in-deß dies war nur ein Versuch, seinen Rückzug in dieser ganzen An-gelegenheit zu decken. Denn als die Spanier sich auch dies nichtgefallen lassen wollten, sondern sich deshalb weiter bei dem Papste
') N8. Arch. v. Sim., L 1426.r) LI8. Dep. Tassis' vorn II. Aug.