Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

des Papstes Drohungen machten keineswegs einen tiefen Eindruck aufHeinrich IV.: er wußte wohl, daß Klemens VIII. nicht so leichtenMuthes den ältesten Sohn der Kirche den Ketzern ganz und gar indie Arme treiben werde. Er verzichtete also auf ein Bündniß mitSpanien und beharrte vielmehr bei seiner Absicht, zwar äußerlichden Frieden mit diesem Lande einstweilen aufrecht zu erhalten, auf deranderen Seite jedoch dasselbe so viel wie möglich zu schädigen undstets eine Ursache zum Wiederbeginne des Kampfes für die Zeit, woderselbe ihm passend erscheine, zu bewahren. So war Heinrich festentschlossen, an seinem bisherigen Benehmen Spanien gegenüber nichtdas Mindeste zu ändern.

Auf einen zweiten Brief des Papstes vom 3. Juli, in gleichemSinne abgefaßt, wie derjenige vom 18. Juni, erwiderte der fran-zösische König am 28. Juli sehr unterwürfig und gehorsam. Inbewegten Worten dankte er Sr. Heiligkeit für Ihre Ermahnungen,„die außer der Bewahrung meiner Person das Glück und gute Fort-kommen meines Sohnes und meines Reiches und besonders das Heilmeiner Seele bezwecken. Sehr heiliger Vater, ich kann Eurer Hei-ligkeit die Hochachtung vor der mir hierbei bewiesenen Gunst nichtbesser bezeugen, als indem ich mich anstrenge, den RathschlägenEurer Heiligkeit zu folgen."') Während Heinrich IV. so den Papst,allerdings in sehr allgemeinen Ausdrücken, seiner Bereitwilligkeit zueiner katholisirenden und hispanisirenden Politik versicherte, war ersich ganz klar darüber, daß er nur die entgegengesetzte Politik trei-ben dürfe. Es war jener Brief nur ein Manöver, um den Papsteinstweilen zu beruhigen und seine eigenen Pläne versteckt zu halten.Deshalb konnte es auch nicht ausbleiben, daß Frankreich und Spa-nien bald wieder an den verschiedensten Punkten auf einander trafen.Zuerst in Italien.

Wir hatten gesehen, wie in Folge der Bemühungen Spanien'sdie Allianz zwischen Frankreich und den Graubündnern zuerst —

') I,. M., VI. 146.