Band 
Erster Theil.
Seite
366
JPEG-Download
 

366

Viertes Kapitel.

freundlich empfangen. Bestimmte Friedensbedingungen hatte er nochnicht vorzuschlagen, er sollte erst den König sondiren, ob dieser zuUnterhandlungen bereit wäre, damit nicht durch die voreilige Sen-dung eines spanischen Gesandten der Würde der spanischen Kroneetwas vergeben werde. Als aber Aremberg von der vollkommenenFriedensliebe des englischen Königs zu berichten hatte, wurde derkönigliche Ober-Kurier, der Graf Juan von Mllamediana,') nachLondon gesandt, der daselbst im September 1603 eintraf. DieVerhandlungen zwischen demselben und Cecil gingen gut von Stattenund noch im November desselben Jahres wurde spanischerseits derCondestable von Kastilien, der Herzog von Frias, nachgeschickt, umden Frieden endgültig abzuschließen?)

Selbstverständlich that Heinrich alles, um das Zustandekommendesselben zu verhindern. War es doch für ihn viel vortheilhafter,wenn Spanien und England sich gegenseitig aufrieben; dann konnteer hoffen, der alleinige Schiedsrichter Europa's zu werden. Indiesen Zusammenhang gehört die ernstliche Anbahnung von Ver-handlungen über die Vermählung des Prinzen Heinrich von Walesmit Heinrich's IV. ältester Tochter?): ein Plan, den Jakob schon,lange mit Vorliebe hegte?) Neue Geschenke für die unersättlichenenglischen Großen gingen beständig an den französischen Botschafterin London, Herrn von Beaumont: Geld und Kostbarkeiten, allesnahmen die Magnaten gern an?) Heinrich wird nicht müde, den

') Don Juan de Taxis, Graf von Villamediana, hatte von Philipp III.fein Amt als Oorrso ma/or zugleich für seinen Sohn bestätigt erhalten. Das-selbe brachte jährlich 25,000 Dukaten ein, und es waren dem Könige dafür400,000 Dukaten geboten worden. Trotzdem überließ er es Taxis sogar erb-lich, weil dieser zu Lebzeiten Philipp's II. die heimlichen Briese zwischen demPrinzen und dem Marques von Denia vermittelt hatte, als der Letztere alsVizekönig nach Valencia geschickt worden war. Lirevsnbillor aä an. 1598 (eä.Leipzig, 1722, V. x. 2036.)

0 S. 312 f.

S. 314.

«) N8. Dep. Tassis' v. 9. Mai 1603.

°) Jnstr. an Beaumont v. 17. Jan., 12. März 1604; I.. m., VI. 192. 212.