Band 
Zweiter Theil.
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Erstes Kapitel.

in seiner Noth zu Helfern Der Erzbischof von Sevilla — derfreilich ein Einkommen von beinahe 200,000 Dukaten hatte —schenkte dem Könige 30,000 Dukaten baar und an verarbeitetenMetallen 6000 Dukaten. Dann kamen der Herzog von Lerma,der Marques von Velada und alle anderen Mayordomos, Kammer-herren, Präsidenten, Räthe, Staatssekretäre, Minister und Edel-leute und gaben theils Geld, theils Silber- und Goldgeschirr, dassie später auch mit Geld einlösten. Dieser gute Ansang in denfreiwilligen Schenkungen machte dem Könige Muth, und er er-nannte einige Mayordomos, Kammerherren und Kriegsräthe, um —nach Pfarreien vertheilt — mit dem Pfarrer und einem Mönchein jedes Haus betteln zu gehen, indem sie den Leuten vorstellten,mit welcher Liberalität der König ihnen die Silber- und Gold-geräthe gelassen, die er nach der Aussage der Rechtsgelehrten zurAbhülfe seiner Noth sich hätte aneignen können. Unter fünfzigRealen — zehn Thalern nach jetzigem Geldwerthe — wurde keinAlmosen angenommen: und so bekam man in der That einigesGeld zusammen.

Die Regierung siel auf immer wunderlichere Mittel, ihreNoth zu lindern. 3m Jahre 1604 erwirkte sie ein Breve vornPapste zur Absolution aller Portugiesen, die sich des Verbrechensdes Judaisirens bis dahin schuldig gemacht; dafür mußten die be-treffenden Portugiesen dem Könige 1,360,000 Dukaten oder —nach heutigem Maßstabe — 12,276,000 Thaler entrichten. Eswar dies ein schrecklicher Schlag für den spanischen Fanatismus.Die Unzufriedenheit mit dieser Maßregel war in Portugal eine un-gemeine — war doch sogar ein Auto de Fe dadurch gestört worden!— Die drei Erzbischöfe und viele andere Personen protestirtenzwei Jahre hindurch: vergebens. Das Bedürfniß nach Geld warbei der spanischen Regierung doch noch stärker als Bigotterie undFanatismus.')

> Oudr. passim, besonderö 29. Aug. 1601 (p. II2>, 26. Sept. 1601