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Erstes Kapitel.
So fand die spanische Staatskunst überall die Mittel, alles recktdrückend, gezwungen und widernatürlich einzurichten, und der harteunbewegliche und fühllose Sinn der Spanier diente dem als einnur allzu gefügiges Werkzeug. Wohin wir in Spanien schauen,sehen wir Zwang und Unterdrückung, leiden die Vielen zu Gunstender Wenigen. Nur die wahrhaft kunstvolle und konsequente Or-ganisation dieser Tyrannei vermochte ihr einigen Bestand zu ge-währen ; aber wo sie mit freierer, ungezügelter Volkskrast zusammen-traf, war ihre Niederlage von vorn herein unzweifelhaft.
Groß war die Freude in Spanien, wenn die Flotte glücklichin Eadiz einlief. „Es ist eine Sache von größter Bedeutung und„unendlicher Merkwürdigkeit" — sagt ein gleichzeitiger Beobachter— „jährlich die ostindischen Flotten in Lissabon und die west-indischen in Sevilla ankommen zu sehen, beladen mit Gold und„Silber, reich an Perlen, Diamanten und andern kostbaren Steinen,„außer den Erzen, den Heilkräutern, den verschiedenen Arten von„Thieren und unzähligen Merkwürdigkeiten, die sie immer in neuer„Weise anbringen, so daß es wirklich eine wunderbare und un-endlich vergnügliche Sache ist, sie zu sehen".')
In Lissabon landeten alljährlich ungefähr fünfzehn Schiffe,welche die Waaren aus dem mit Portugal zugleich spanisch ge-wordenen Brasilien herbeibrachten. Da diese in so kleiner Zahlfür sich segelten, waren sie den Angriffen der Feinde und Korsarennoch mehr ausgesetzt, als die andern Flotten.
Der Besitz Spaniens in Amerika wurde zur Zeit Philipp's III.durch die Kolonisirung von Florida erweitert, zu dessen Besitznahmeim Jahre 1610 eine Expedition von sechs Schiffen mit lOOO Fuß-gängern und 300,000 Dukaten abging. Indeß was nützte'diestets wachsende Ausdehnung der spanischen Provinzen in der neuen
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