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Man muß nun von der eigentlichen Armee die nur für deninneren Dienste in Spanien bestimmten Truppen unterscheiden.Zu diesen gehörten zuerst die königlichen Garden: die flamländische,hundert Arcabuceros zu Pferde; 200 spanische und ebenso vieledeutsche Hellebardiere. Zur Ausführung der gewöhnlichen könig-lichen Befehle standen stets die „kastilischen Garden", 1500 schwereund 1000 leichte Reiter, bereit. Diese 3000 Mann waren mitder schwachen Garnison einiger Grenzstädte die ganze stehendeHeeresmacht in Spanien — selbst das Aufgebot des Adels bestandnur noch in der Theorie; dagegen war es in einigen Provinzen— und zwar in den hauptsächlich durch Moriskenaufstände be-drohten — gelungen,' eine tüchtige kampfbereite Bürgermiliz einzu-führen, die auf den Befehl des Vizekönigs der Provinz sich sofort, abernur zur Vertheidigung der letztem, erheben mußte: so in Andalusien16,000, in Valencia 10,000 Mann. Bei Gelegenheit der Mo-riskenaustreibung zeigte es sich, daß diese Organisationen nicht nuraus dem Papiere standen, sondern in kürzester Frist benutzt werdenkonnten. Znm Kommando dieser Milizen waren stets die verab-schiedeten Offiziere (oktrcinIsZ rotorinnckoH bereit, deren es einegroße Menge gegeben zu haben scheint, und die auch bei neuenAushebungen von Truppen häufig reaktivirt wurden.
Die spanische Regierung hatte sich viele Mühe gegeben, dieallgemeine Wehrpflicht auf der Pyrcnäenhalbinsel durchzuführen;man hoffte — nach Abzug der überaus zahlreichen Adligen, Geist-lichen, Morisken u. s. w. sowie der Schwachen — jährlich 13,000kräftige Rekruten in das Heer einstellen zu können, also etwa'/s Prozent der Gesammtbevölkerung. Indessen diese Versuche warenbei dem Volke auf solchen Widerstand gestoßen, daß sie nicht hattendurchgeführt werden können. So mußte man sich mit dem Sy-steme der freiwilligen Werbung begnügen, das jährlich 6000 Manndem königlichen Heere zuführte.') Die Werbungen wurden wohl
y liolLr. äi l'r-uie. kriuli, 358; äi Prärie. Soranro, 64. 125 1. —Oabrei'g., 3l. Juli 1610 lp. 412).