Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Drittes Kapitel.

Rosny kannte eine solche Rolle übernehmen. Freilich war immerder Uebelstand vorhanden, daß Rosny den Hugenotten selbst sehrverdächtig war. Aber da es niemanden sonst unter den Reformirtengab, welcher sich zn der Rolle, die Rosny zu spielen hatte, herbei-gelassen hätte, so mußte des Königs Wahl aus diesen fallen.

Die Instruktion, welche Rosny mitgegeben wurde, war keines-wegs bestimmt, geheim gehalten zu werden.') Der König wiesdarauf hin, wie der eigentliche Zwdck der Versammlung, die Rechen-schaftslegung der bisherigen reformirten General-Deputirten unddie Ernennung neuer an ihrer Stelle, auf eine einfachere undweniger lärmende Weise hätte erreicht werden können. Jedoch ausbesonderer Gnade und in der Ueberzeugung, die Versammlungwerde nur die Folge haben, daß die Reformirten sich unter ein-ander in der Treue und Dankbarkeit gegen den König befestigenwürden, gestattete er ihnen die Assemblee. Indessen dürste aufderselben kein fremder Fürst zum Protektor der Reformirten inFrankreich ernannt werden. Zweitens aber sollte dies dieletzte politische Versammlung der Hugenotten in Frank-reich sein. Zu Zwecken der Lehre und religiösen Disziplin hättensie ihre Synoden, politisch könnten sie überall nach den Be-stimmungen des Ediktes bei den kompetenten Richtern Recht finden,und die Ernennung der beiden Generaldeputirten könne fernerhinaus andere, weniger umständliche Weise erfolgen. Keine Anträge,die über das Edikt von Nantes hinausgingen, solle Rosny zulassen;und wenn die Versammlung doch auf dergleichen bestehe, solle ersofort darüber an den König berichten. In einem besondern An-hang wurde der Versammlung ausdrücklich untersagt: I) die Er-klärung, daß der Papst der Antichrist sei, wieder zu berühren;2) Briefe von Bouillon oder von einem auswärtigen Fürsten inEmpfang zu nehmen; 3) andere Personen als die von den Pro-

') Osv. ro^. eli. 01,11., I, bei lllieli. st kouj. II., III. 42 tk.; sowiein den Seite 215 Anmerk. l citirten A8. Akten der Versammlung zu Cha-tellerault.