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Drittes Kapitel.
großen Begleitikng, wie es ihm beliebe, in Sedan einziehe; erwollte gestatten, daß der Gouverneur und die Besatzung der Festungzugleich dem Könige, ja für den Fall der Empörung von Seitendes Herzogs nur dem Könige schwören sollten; er wollte endlichdie Wahl seines Aufenthaltes dem Belieben des Königs über-lassen: aber die Festung ganz auszuliefern, darauf wollte er nichteingehen.
Heinrich andrerseits beschloß, bei seiner Forderung zu beharrenund mit der ihm so gefährlichen Souveränität Bouillon's einEnde zu machen. Freilich suchten ihn auch jetzt noch die Pro-testanten von einem gewaltsamen Unternehmen abzuhalten; zumalum einen so oft von ihnen zur Zuflucht benutzten Sicherheitsplatz,wie Sedan, nicht in katholische Hände gelangen zu lassen. Da-gegen drängte Nosny oder — wie er seit dem Februar diesesJahres (1606) in Folge königlicher Ernennung hieß — der Herzogvon Sully, welcher Bouillon wegen seiner bedeutendem kriegerischenGaben beneidete und haßte, den König zum Kriege gegen den-selben. Heinrich IV. ließ sich nicht beirren und übermäßig beein-flussen, sondern schlug einen Mittelweg ein, der hier in der Thatder richtige war. Einerseits traf er gegen Bouillon so ernsteVorsichtsmaßregeln, daß jeder seinen festen Willen, sich zum HerrnSedan's zu machen, erkennen mußte. 10,000 französische Sol-daten wurden ausgeholten, 6000 Schweizer wurden eiligst nachFrankreich geführt. Andrerseits wurde noch einmal Du Mauriernach Sedan geschickt. Der Sekretär Bouillon's hatte diesem an-zubieten, daß er entweder Sedan ganz an den König verkaufenoder in dem dortigen Schlosse eine königliche Garnison mit seinemFreunde De la Noue an der Spitze aufnehmen solle. Beidesschlug Bouillon trotz der wiederholten dringenden Mahnung seinerSchwiegermutter und der verwittweten Herzogin von La Tre-moille ab. Er könne Sedan nicht verkaufen, antwortete er,wenn man ihm nicht alle seine Besitzungen in und bei Frankreichabkaufen wolle; und im Schlosse wolle er niemanden aufnehmen