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Frankreichs vordrangen, wo also der König dringend auf dieUnterstützung durch das Volk angewiesen war. Aber mit demAugenblicke, wo die innern und äußern Feinde unschädlich gemacht5 worden waren, und wo Heinrich sich mit Recht König von Frank-
reich nennen durfte, stand der Entschluß bei ihm fest, nie mehrdiese Vertretung des gesummten Reiches einzuberufen. Freilichbeging er auch nicht den Fehler, welcher so oft die Entwürfe ab-solutistischer Monarchen hat scheitern lassen, daß sie durch Ver-schwendung und Mißregierung das Volk beständig reizten, undsich doch schließlich an dessen Unterstützung zu appelliren gezwungensahen. Vielmehr pflegte er die geistigen und zumal alle materiellenInteressen seiner Unterthanen sorgsam, und die musterhafte, Finanz-verwaltung machte es dem Könige möglich, ohne erhöhte An-forderung an die Steuerlast des Volkes auszukommen. Washätte näher gelegen, als im Jahre 1610, wo ein großer undpopulärer Krieg dem Reiche bevorstand, sich die unzweifelhafteUnterstützung der Nationalvertretung zu verschaffen? Doch manunterließ es. So beseitigte Heinrich ohne Gewaltsamkeit, ohneUngesetzlichkeit und stillschweigend jene mächtigen Stände, die seinemVorgänger das Gesetz diktirt hattem
Mit den Provinzialvertretungen konnte Heinrich nicht ingleicher Weise verfahren. In den sogenannten ck'Ltat8 —in der Bretagne, dem größten Theile der Gascogne, dem fran-zösischen Navarra und Bearn, dem Langued'oc, der Provence, derDauphine, der Bresse und Burgund — bedurfte man der dortseit lange mächtigen Stände nicht nur zur Erneuerung der Pro-vinzialsteuern und der Regelung des Provinzialbudgets, sondernauch zur regelmäßigen Verwaltung dieser Provinzen, die durch» altes Herkommen zum größten Theile in der Hand der Stände
gelegt war. Nur eine gewaltsame Umwälzung, zu welcher bei demim ganzen guten Verhältnisse zwischen König und Volk keineVeranlassung war, hätte die Autorität der Stände in diesen Pro-vinzen vernichten können. In andern Gebietstheilen — in der