Band 
Zweiter Theil.
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Viertes Kapitel.

des Dauphins ein?) Gern versprach er; doch mußte mansich nicht allzu fest aus die wirkliche Erfüllung des Verheißenenverlassen.

Auf die traurigste Seite von Heinrich's Wesen, sein Ver-halten zu seiner Gemahlin und seinen zahlreichen Maitressen,wollen wir nur soweit eingehen, als es zur Charakterisirung desMannes und der Zeit und zur Erklärung der Thatsachen un-bedingt nothwendig ist. Zumal der Charakter Mariens von Medicimuß kurz geschildert werden, da sie bestimmt war, später einen soentscheidenden Einfluß auf die Geschicke Frankreichs zu üben.

Diese Königin wird von den französischen Geschichtschreibernmeist übel genug behandelt. Wenn man die brillante und phan-tastische Schilderung all' dieser Persönlichkeiten und Zustände beiMichelet liest, so sollte man Heinrich's Verirrungen nur für einenatürliche und höchst entschuldbare Folge seiner Verzweiflung überdie körperlichen und geistigen Mängel seiner Gemahlin halten.Michelet schildert sie als trägen und niedrigen Geistes, aberzläubigund bigott, ränkesüchtig, von einem Schwärm von Galanen nndCicisbeen umgeben. Was ihre körperliche Beschaffenheit angeht,so nennt er sie „eine schwere Fleischmasse", von harten und trau-rigen Zügen, früh gealtert. Wie sehr ist doch Henriette von En-tragues, „die lebendige und reizende Französin", vorzuziehen dieser„dicken dummen Deutschen" — wie es Herrn Michelet die Mariawegen ihrer deutschen Mutter zu nennen beliebt. Wenn nunauch die übrigen französischen Geschichtschreiber etwas maßvollerund nüchterner in ihrer Schilderung Mariens sind, so kommt siedoch noch immer schlimm genug bei ihnen fort. Es ist das auchnatürlich. Mußte doch die zurückgesetzte, tausendmal gekränkteGemahlin in recht ungünstigem Lichte erscheinen, damit Heinrich's IV.,des nationalen Liebling's, Fehltritte leicht Verzeihung fänden;

') Vgl. Nunuser. t'rys. der Nat.-Bibl. zu Parie, vol. 4020 toi. 33 k L;vol. 5809 tot. I42-t. 204 u L