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Zweiter Theil.
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Viertes Kapitel.

Kriegsleute aus den nordöstlichen Grenzfestungen zur PlünderungLuxemburg's zusammen gethan hatten: schickte der König denGroß-Profoß Nikolaus Rapin mit einer gehörigen Anzahl Richterdorthin, um diese Unruhestifter als Majestätsvcrbrecher streng zuzüchtigen.') Diese harten Gesetze und ihre unnachsichtige Aus-führung hatten die besten Folgen. Während der RegierungszeitHeinrich's hört man nur selten von Unsicherheit der Landstraßenoder von Räubereien im größern Style. ^) Auch für die städtischePolizei wurden eingehende Anordnungen getroffen: u. A. wurdebestimmt, daß nach Eintritt der Dunkelheit niemand ohne Laternedie Straße betreten dürfe?)

Es wäre wünschenswerth gewesen, daß Heinrich gleiche Ent-schlossenheit auch gegen eine der schlimmsten Unsitten der Zeit,gegen die überall herrschende Duellwuth, entfaltet hätte. Diesinnliche Richtung der Geister nach dem Ende der Bürgerkriegebegünstigte die Duelle; das Abenteuerliche, Gefährliche übte aufdiese abgestumpften und blasirten Menschen einen eigenthümlichenwollüstigen Reiz aus. Man wartete nicht etwa Beleidigungenab, um sich zu schlagen, sondern man suchte die Zweikämpfe auf;jeden Kämpfer begleiteten drei bis vier Sekundanten, die sich danngleichfalls mit der entsprechenden Anzahl von Gefährten desGegners schlugen. Es gab Duelle, wo zehn, ja 'fünfzehn Streiteraus jeder von beiden Seiten fochten. So glichen die Zweikämpfekleinen Schlachten; in achtzehn Jahren sollen 4000 Edelleute inFolge derselben ihr Leben verloren haben?)

') Dekret Heinrich's IV. vom 22. Juni 1599, Brief Bouillon's aus der-selben Zeit; H. H. und St.-A. in Wien, 6. 188.

2) Der schlimmste Bandit war der Kapitän Guillery, welcher Bretagneund Poitou unsicher machte und bisweilen an 100 Mann um sich gehabthaben soll; i. I. 1608 ward er mit 62 seiner Gefährten gefangen genommenund in La Röchelte lebendig gerädert. L. konrnior, Varietes kistorigues etlittsraires (Paris 1855) I., 289 II.

y Nonteil, Histoirs des kranyais des divers etats (3. AustageParis 1847) III., 218.

') Lupplsm. L 1'Lst. (ed. keiltet) IV. 37. 72. — Petro Priuli be-