Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Viertes Kapitel.

tiefe Einwirkung es auf die französische Agrikultur geübt habenmuß. Heinrich IV. hat durch sein Beispiel nicht wenig zur Po-pularität des Buches und seines Autors beigetragen. Er hatteschon vor der Veröffentlichung des Werkes Serres zu sich berufen,ihn zur Herausgabe desselben ermuthigt, die Widmung des „Theatersdes Landbaues" angenommen. Als es an's Licht getreten war,ließ der König sich drei bis vier Monate hindurch täglich ausdemselben vorlesen.') Es ist begreiflich, daß die von dem Mo-narchen für dieses Werk bewiesene Vorliebe zur Erhöhung derPopularität des letztem in hohem Grade beitrug. Auch war derKönig der erste, sich als gelehriger Schüler De Serres' zu zeigen,indem er die von ihm erfundenen „künstlichen Wiesen" auf ver-schiedenen seiner Domänen anlegen ließ, allen seinen Unterthanenzum guten Beispiele.

Die Früchte dieser weisen Beschützung und einsichtigen För-derung des Ackerbaues konnten um so weniger ausbleiben, je er-giebiger der Boden Frankreichs an sich ist. Die Touraine „derGarten Frankreich's", das Metzer Land, Quercy, Guyenne, diePicardie und die Normandie, vor allem aber die Beauce — dieGegend nördlich von Orleans, welche man den Kornspeichervon Frankreich nannte — zeichneten sich vor fast allen LändernEuropa's durch ihren intensiven Getreidebau aus. In der Pro-vence kultivirte man Reis in großer Ausdehnung. Der Weinbaublühte vorzüglich in der Gegend von Orleans „dem Keller vonParis", in der Guyenne, wo der Wein von Grave für den bestengalt, in Langued'oc, wo der Chantoperdrix und der Muskat vonFrontignac vorzüglich gepriesen worden, in der Champagne undin Burgund, wo die Weine von Beaune am höchsten geschätztwurden. Südfrüchte erzielte man in Langued'oc — auch Weihrauch-bäume wurden hier gepflanzt — und in der Provence. In dieserProvinz wurde zugleich die Kultur des Zuckerrohres eifrig betrieben.

') LerUiAerana, II. 306.