Frankreich'S innere Zustande nnter der Re§iermiq Heinrichs IV.
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sollte. Die häufigen Brücken über den Unterlauf der Seine mußtennatürlich zu der Belebung des Verkehres in diesen Gegendenmächtig beitragen. Im Jahre 1608 waren die Brücken- undHafenarbeiten in Rouen vollendet. — Indeß auch der Süden desReiches wurde nicht vernachlässigt. Die Brücke über die Rhone,die nach Avignon führte, und welche in strategischer Beziehungnicht minder wichtig war als in kommerzieller, war halb inTrümmer gesunken, zumal der Papst als Herr von Avignon mitdem Könige wegen der Oberhoheit über dieselbe sich nicht einigenkonnte. Sully ließ die Angelegenheit genau untersuchen: selbst-verständlich kamen die königlichen Juristen in Toulouse zu derUeberzeugung, daß die Brücke ausschließlich und zweifellos demKönige gehöre. Hierauf ward sie, wenn auch ziemlich nothdürstig,wieder hergestellt.')
Es giebt bekanntlich keine Staatsausgabe, die sich besserrentirte — zumal wenn wirklich nach Bedürfniß und festem Planeverfahren wird — als die auf Straßcnbauten verwandten Summen.Diese Erfahrung konnte man in dem damaligen Frankreich alleTage machen. Das von der Natur so reich und mannichfaltigbedachte Land sah bald zwischen allen seinen Provinzen einen leb-haften, für alle gleich vortheilhaften Verkehr entstehen. DieWeine, kostbaren Früchte und Wohlgerüche des Südens wurdeneingetauscht für das Getreide des Zentrums oder die Industrie-waaren des Nordens und Ostens. Das Schlachtvieh und dieFische der westlichen Gegenden — das erstere brauchte damalsnoch nicht aus Deutschland und Ungarn eingeführt zu werden —ernährten die großen Städte des Reiches, zumal Paris mit seinemschon zu jener Zeit ungeheuern Konsnme. Die Kapitalien derBankiers, die außer in Paris vorzüglich in Lyon ihren Sitz aufge-schlagen hatten, zirkulirten durch das Land und belebten Industrie undHandel. 2) Auch auf diesem Gebiete Gedeihen, Thätigkeit, Aufblühen,
>) Modelet, XI. 141 1'. — 8v1I/, V. 400 L, Vll. 11?,. 161. 408.
2) L18. Uewar-iue» «ur 1'sstst d« 1s. Idsnoe.