Band 
Zweiter Theil.
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Viertes Kapitel.

reichen Finanziers gebauter Straßen, eine Ansammlung enger,krummer und schmutziger Gassen, wie man sie noch in einigenTheilen des Quartier Latin erblicken kann, mit Plätzen, die kaumdiesen Namen verdienten und Regelmäßigkeit ebenso wenig wieBreite, Licht und Luft kannten. Der größte freie Raum war derGreve-Platz, von elenden Häusern umgeben und mit seinem schreck-lichen Schauspiele täglicher Marter und Hinrichtungen. Ungescheutbaute man die Häuser in die Straßen hinein, errichtete Verkaufs-buden noch vor den Häusern, sperrte die ohnehin so schmale Passagedurch steinerne Treppen. Nach mittelalterlicher Weise sprangendie Stockwerke immer weiter hervor und schnitten der Straße Luftund Licht ab. Holz- und Kohlenhändler, Steinmetzen, Zimmer-leute, Wagenbauer pflegten ihre Arbeit bei schönem Wetter vordem Hause zu verrichten, während Gerber, Färber und Wäscherihre nassen Zeuge zum Trocknen in die Straßen flattern ließen.Das Pflaster war schlecht und unordentlich, der Weg schmutzignicht nur durch die Wasser des Himmels, sondern auch durch dieUnreinlichkeiten, welche man aus den'Häusern darauf zu gießenpflegte. >)

Der König brachte in dieses düstere Chaos zuerst Luft undLicht, indem er durch Polizeiverordnungen die ärgsten Mißbräucheabstellte und für möglichste Alignirung der Straßen energischeSorge trug. Es wurde eine Gesellschaft von Unternehmern zurReinigung der Straßen und Abfuhr der Abfälle gebildet, welchedurch einen Oktroi vom Wein entschädigt wurde. Unter des KönigsEinwirkung ließen nach einander die Prevots des Marchands(Ober-Bürgermeister) Miron und Sanguin mehrere Sackgassenöffnen, viele Straßen verbreitern, noch mehrere neu pflastern.Eines der dringendsten Bedürfnisse jeder großen Stadt, das reich-lichen und gesunden Wassers, wurde durch zahlreiche Brunnensowie durch Errichtung einer Maschine zur Hebung des Seine-

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