Band 
Zweiter Theil.
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Frankreichs innere Zustände unter der Regierung Heinrich's IV.

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Indeß ein Künstler ragt über seine Genossen um vieleshinaus: Martin Freminet. Er wußte sich von den bologneserEinflüssen völlig zu befreien und schloß sich direkt Michel Angeloan, einem gewiß etwas gefährlichen Muster, dem aber seine kühnund originell entworfenen, schwungvoll und natürlich ausgeführtenArbeiten keine Unehre machen. Sein trefflichstes, wahrhaft groß-artiges Werk sind die Fresken in der Dreifaltigkeitskapelle inFontainebleau, welche die Geschichte der Welt von der Schöpfungbis zum Tode Christi schildern, sie durch zahlreiche allegorischeFiguren unterbrechend und vervollständigend.

Freminet hatte keine Schüler. Seine wie des wenig jüngernVouet Bemühungen, einen selbständigen frischen Zug in diefranzösische Malerei zu bringen, waren vergebens. Die eklektisch-antikisirende Richtung erhielt entschieden das Uebergewicht.')

Im Guten wie im Schlimmen wurde in Heinrich's I V. Zeitder Keim gelegt zu allem, was wenig später die Glanzzeit Frank-reich's charakterisirte. Auch die Kunstrichtung des „ZeitaltersLudwig's XIV." ist im Beginne des 17. Jahrhunderts begründetworden. —

Mit kaum geringerm Eifer als für die Kunst sorgte derKönig für Unterricht und Wissenschaft. Freilich müssen wir hiersofort eine bedeutende Einschränkung machen. Wenn wir vonUnterricht sprechen, so wird dabei nur von dem höhern Unterrichtedie Rede sein. Für Volks- oder professionellen Unterricht hat derKönig nicht das mindeste gethan. Wir haben uns deshalb dieVolksbildung auf dem Lande aus der möglichst niedrigen Stufevorzustellen; während in den Städten das lebhafte politischeInteresse der letzten dreißig Jahre die Kunst des Lesens ziemlichallgemein gemacht hatte.

Frankreich besaß damals dreizehn königliche Universitäten:

') Vgl. hierzu IV Luxlsr, Geschichte der Malerei, II. 273 ff.; freilichgerade über unsere Periode recht wenig enthaltend.

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