Band 
Zweiter Theil.
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Viertes KaPiM.

lehrt, wie dies auf den protestantischen Akademien längst Brauchwar. Freilich, der Gebrauch der Muttersprache blieb von der ge-dämmten Universität, allen ihren Kollegien verbannt. Die Unterrichts-sprache war und blieb auch nach dieser Reorganisation ausschließlichdie lateinische Die Unterrichtsstunden dauerten von sieben UhrMorgens bis fünf Uhr Nachmittags.

Das College Royal wollte Heinrich gegen Ende 1609 zu einereigenen Anstalt erheben. Er beabsichtigte zu diesem Zwecke eingroßes Gebäude mit Hörsälen, Bibliothek, Wohnräumen für dieProfessoren und dergleichen zu errichten und es mit 10,000 Gold-thalern (65,000 Thaler nach heutigem Geldwerthe) jährlich zudotiren. Es sollte ein Musterinstitut werden, an welchem die be-deutendsten Gelehrten der Welt zu unterrichten hätten. Indeß derTod entriß ihn der Ausführung dieses Planes, für welche er bereitseine Kommission, bestehend aus den kompetentesten Männern, ge-bildet hatte: dem Kardinal Du Perron, Sully, dem Parlaments-Präsidenten de Thou — dem berühmten Geschichtsschreiber — unddem Rathe Gillot, einem der Verfasser der großen MenippischenSatyrs.')

Nicht minder wie die Universität hat der König das kaumweniger wichtige Institut der öffentlichen Bibliothek gefördert.Diese, von Karl V. gestiftet, war durch ihren diebischen VerwalterDe Nully fast ganz zerstört worden. Kaum nach Paris zurück-gekehrt, übergab Heinrich ihre Verwaltung dem ebenso feingebildetenwie ehrenhaften Präsidenten De Thou, welcher den Dieb zurRückgabe der meisten geraubten Schätze nöthigte. Thou vereinigtemit diesen die Bibliothek der Königin Katharine von Medici, diesich vorzüglich durch 800 griechische Manuskripte auszeichnete,brachte sie in einem würdigen Lokale unter und eröffnete sie dpm

0 I.. N. V. 80. — 8nII>, III. 207 k. 341. — Lsxrsin, 870 1. —N8. lesnnin, 4. Is inemoire äs Ilenr^ Ous.tr. (Brüssel). — Nero. trys. I.2881». 1. — Vgl. zu diesem Abschnitte ImäwiA Nstrn, das Nnterrichtswesenin Frankreich (Breslau 1848), I. 74 ff. 99 f.