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Erstes Kapitel.
schluß seiner gesummten politischen Thätigkeit ja nie aus den Augenverlor.
In zwei Fragen von europäischer Bedeutung vermag HeinrichFrankreich den Sieg zu geben, indem er Spanien demüthigt: inder venetianisch-päpstlichen und in der niederländischen. Danebenläuft dann der langjährige Streit im Bündnerlande, der endlichauch zum Vortheile Frankreichs abschließt. Allseitige Alliance-verhandlungen dienen zur Einleitung des Krieges, den Heinrich,als er die Zeit gekommen glaubt, bei den jülicher Streitigkeitenvom Zaume bricht. Dieser Krieg endigt freilich, ehe er begonnen,durch den tragischen Tod des großen Monarchen, aber dein letztemist es immerhin gelungen, die Neberlegenheit Frankreich's überseinen Rivalen fest zu begründen, und sie nicht nur in den Augendes übrigen Europa, sondern Spanien's selbst zur Anschauung, siezum allgemeinen Bewußtsein zu bringen.
Dies ist der Gegenstand, den wir auf den folgenden Seitendarzustellen haben. Von keiner sittlichen Erhebung, von keinenideellen Grundsätzen, von keinem unabänderlich vorgezeichnetenWege kann bei Heinrich IV. die Rede sein: nüchtern, praktisch, denUmständen sich anpassend und anschmiegend und nur unverrückbardas Eine Ziel: die Größe und das Uebergewicht Frankreich's imAuge, verfolgte er geduldig die mannigfach verschlungenen Wegeseiner Politik.
Die italienische Politik Heinrich's IV. in dem ersten Lustrum des17. Jahrhunderts litt schwer an den Folgen jenes Lyoner Friedensvom Januar 1601, in welchem Frankreich, allerdings für reichernGewinn, sein letztes Besitzthum jenseits der Alpen, die Markgraf-schaft Saluzzo, aufgegeben hatte. Seitdem war man in Italienfest davon überzeugt, der König habe hierdurch der ganzen Welt er-klären wollen, daß er sich von den italienischen Ereignissen künftigfern zu halten gedenke. Wie sei es sonst begreiflich, daß er sich eines so