Band 
Dritter Theil.
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Erstes Kapitel.

lassen, gestattete die spanische Regierung damals die Veröffent-lichung eines Dekretes der Inquisition, das den Ankauf und Besitzder von den Venetianern zu ihrer Vertheidigung gegen die päpst-lichen Ansprüche veröffentlichten Schriften strengstens verbot. DieserRichtung der spanischen Politik gemäß setzte der Vizekönig vonNeapel seine Truppen und seine Flotte auf Kriegsfuß und stelltesie dem heiligen Vater zu beliebiger Verfügung. Der eifrigsteaber unter den spanischen Staatsmännern war wieder der GrafFuentes, der Governador von Mailand; nicht allein, daß er demPapste gleichfalls seine Streitkräfte anbot, sondern er machte auchbereits mit einigen aus der Republik Verbannten Anschläge aufdie venetianische Festung Orzinuovi; er häufte bedeutende Vorräthean Geld, Munition und Mundvorrath auf und rüstete ein Heervon 13,500 Mann aus. Die spanische Regierung billigte offen-bar sein Verfahren vollkommen; denn um ihn zu belohnen undzugleich in seinem Gouvernement festzuhalten, verlieh sie ihm geradedamals das Lehen Voghera im mailändischen Lande, ein Lehen,dessen Werth auf mehr als 100,000 Dukaten angeschlagen wurde.So bezeichnete der König den kriegerischen Grafen recht eigentlichals seinen Vertrauensmann in der gegenwärtigen Lage, als denangemessensten Vertreter der spanischen Anschauungen und Ab-sichten. Da mochten allerdings die Venetianer nichts Gutes er-warten!')

Rings folgte die ganze spanische Partei in Europa dem vonMadrid aus gegebenen Losungsworte. Der Herzog von Urbinogab in seiner doppelten Eigenschaft als päpstlicher Vasall und alsspanischer Pensionär dem Papste die Versicherung, ihn jederzeit mit3000 Mann zu Fuß und 500 Pferden auf eigene Kosten unter-stützen zu wollen. Erzherzog Albert von Belgien zeigte sich nicht

0 H>ou I. 137. — Labrera, weiaciones las cosas sueeckiäns en laLorte cke Lspaüa 6. 1599 6. 1814 (Madrid 1857), 5. Aug. 1608, p. 285. —Aktenstücke des venetianische» Raths der Zehn v. 23. Aug-, 13. Okt., 3. Nov.1606; Lrciuvio Veneto, V (1873), 229, 248 t. 262.