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Priesterherrschaft, deren sie sich seit sieben Jahren erfreuten, schonherzlich müde. So verhaßt waren den italienischen Fürsten dieweltlichen Anmaßungen der Kirche,, daß auch der Herzog von Parma,obwohl ihm der Papst den Oberbefehl über sein Heer übertragenhatte, unter der Hand durch den Grafen Ottavio Scotto den Veue-tianern seine Allianz antragen ließ! st — Auch in Frankreich wardie öffentliche Meinung weit überwiegend auf Seite der Venetianer,da das französische Volk die Segnungen einer klerikalen Regierungwährend der Zeiten der Liga hinreichend kennen gelernt hatte, undda überdies die verhaßten Spanier zur Partei des Papstes standen.Nicht nur zahlreiche Hugenotten und „Politiker", sondern selbst soeifrige Katholiken, wie die Herzoge v. Mayenne, Guise und Revers,zeigten sich bereit, für Sän Marco gegen die Kastilier zu fechten;Lesdiguieres bot seine alten Hauptleute und Soldaten aus denBürgerkriegen an. Pietro Priuli traf alle Vorbereitungen, um, aufBefehl aus der Heimath, l6—l 8,000 Franzosen der Republik zu-führen zu können, während die Holländer einen beträchtlichen Theilihrer Flotte derselben wider die gemeinschaftlichen Gegner zur Ver-fügung stellten. Kurz, Venedig rüstete so stark und fand so viel-seitigen Beistand gegen die römische Herrschsucht, daß es im Nothfalleselbst ohne die offizielle Unterstützung durch Heinrich IV. sich des Pap-stes und der italienischen Streitkräfte Spanien's wohl hätte erwehrenkönnen. Man kann den französischen König nicht gerade tadeln, daßer sich zurückhielt; in der That hätte er durch offene Erklärung zuGunsten der Venetianer nicht allein bei dem heftigen Charakter desPapstes das Vermittleramt aus Händen gegeben, sondern wäre auchGefahr gelaufen, Venedig und den Papst sich versöhnen zu sehen,während er sich ohne jeden eigenen Vortheil mit dem heiligen Stuhleüberworfen und den Spaniern den Vorwand gegeben hätte, ihn als
st 8-u-pi 211 ff. — dornet 59 f. 138. 202 k. — Verhandlungen des venet.Senates v. 6. 19. Mai 1606; dornet 73, 89, 275 w — Dep. des Provedi-tore Delfln an die Zehn, 20. Dez. 1606; dass. ?. 190 Note.
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