Band 
Dritter Theil.
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vollkommenen Austausch der Kriegsgefangene», zu welchem Behufesogar ein Kommissar der „Rebellen" mit Empfehlungen und An-weisungen deö Erzherzogs Albert nach Madrid gesandt wurde.)

Heinrich IV. mußte sich infolge dieser Vorgänge überzeugen,einmal daß die Holländer keineswegs die Neigung fühlten, sich inAbhängigkeit von ihm zu begeben; dann daß die niederländischenFriedcusverhaudluugeu doch nicht so aussichtslos seien, wie mangemeint hatte. Diese letztere Thatsache drängte sich ihm immerunwidersprechlicher auf. Allerdings enthielt er sich noch jederbestimmten Parteistelluug ihr gegenüber, sondern wartete zudiesem Behufe die Rückkehr Aerssen's aus dem Haag ab. Jeden-falls hielt er es aber für gerathen, sich mit dem Erzherzoge gutzu stellen, um einerseits nicht allein von der als so unzuverlässigerfundenen holländischen sondern auch von dieser Seite her Einflußauf die Verhandlungen zu gewinnen, andrentheils nach etwa her-gestelltem Frieden den Versuch zur möglichsten Trennung desbelgischen Interesses von Spanien machen zu können. In einerzweiten Audienz, die er (S. März) Pecqnius ertheilte, zeigte ersich noch zugänglicher und liebenswürdiger, als in der ersten.Er entschuldigte weitläufig die Anwesenheit französischer Soldatenin Holland und die Geldunterstützung, die er dem letzter» gewährte;seinen gewöhnlichen Ausflüchten fügte er noch die kühne Be-hauptung hinzu: er bezahle den Vereinigten Provinzen nicht ein-mal so viel, wie er ihnen schulde! Nach diesen kecken Unwahr-heiten sprach er sich auf das vertraulichste zu Pceguius aus:es sei gar nicht die übergroße Macht Spanien's, die er fürchte,sondern die Treulosigkeit mehrerer seiner Unterthanen, die mitSpanien in Verbindung ständen; doch hoffe er, daß diese ArtMenschen jetzt aussterbcu und der Dauphin an ihrer Statt überaufrichtige Diener und Unterthanen herrschen werde. Damitwollte er andeuten, daß sich für die Zukunft ein gutes Verhältniß

U Albert an Ä'rma, N. März; p- 41.