Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

Niederlanden als eine unmittelbare Bedrohung seines Handels, jaseiner Sicherheit fühlen mußte — wurde von diesen angeblichenPlänen Heinrich's unterrichtet, als ob es durch seine Dazwischen-kunft die Niederlande vor dieser Gefahr zu retten habe. Jakob I.hatte auch daraus den Anlaß genommen, den Gcneralstaaten aufdas Dringendste zum Frieden zu rathen, der sie von dem franzö-sischen Könige unabhängig machen und vor seinen geheimen Absichtensicher stellen werde. Die französische Diplomatie sah sich genöthigt,alle Vergrößerungspläne in den Niederlanden mit kecker Stirneden Engländern gegenüber abzuleugnen?) So war Heinrich wohlnicht im Irrthume, wenn er selbst den Abschluß des Stillstandesmit dem Erzherzoge zum großen Theile dem Mißtrauen der Holländergegen ihn zuschrieb.

Aerssen hatte zunächst die üble Laune des Königs darüberauszuhalten. Dieser machte den Herren Staaten die bitterstenVorwürfe, sich mit den gemeinschaftlichen Feinden so weit in Ver-handlungen eingelassen zu haben, ohne deshalb seine Ansicht abzu-warten, geschweige denn zu erbitten; und ertheilte ihnen die freund-liche Prophezeiung, daß dieser Beginn zum unaufhaltsamen RuineHolland's und zur Erfüllung der spanischen Pläne führen könne?)Aber auch die andern fremden Gesandten konstatirten die übleLaune der französischen Staatsmänner über das rücksichtslose Ver-fahren der Holländer und den als sicher angenommenen Abschlußeines endgültigen Friedens. Die Bezahlung der Geldunterstützuugan die Vereinigten Provinzen wurde suspendirt?)

In der That hielten die Franzosen den niederländischen Friedenfür schädlich der holländischen Unabhängigkeit und ganz besonders

? Instruktion Hnr.'s IV. an va Bodcrie, 14. April; I^eNr. nüss. VII. 179.— Villerov an La Boderie, 23. April; Innres a I.n l!o,1erie (Amsterdam 1733)I. 161. I.

2) Dep. Aerssen t- v. 14. April 1607; DeveiUer, tleöenlest. III. 121.

2) E. Dep. Jrraraga's vvm 19. April. — Iel8. Dep. Pecquius', von:23. April (Wien).