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Frieden abrathen, wie sie ihn noch soeben dazu gedrängt hatten, undmußten die von den Holländern beabsichtigte Sendung außerordent-licher Bevollmächtigter nach Frankreich als zu auffallend und für diefranzösische Vermittlung kompromittirend zurückweisen. Dein Erz-herzog und seinen Staatsmännern kann man es aber nicht verdenken,wenn sie gegen Frankreich das lebhafteste Mißtrauen bewahrten;wenn sie die aus Gesundheitsrücksichten angekündigte AbreiseBnzenval's aus dem Haag — wo übrigens dieser wackere Diplomatam 3. September starb — einstweilen nur dem Verdruß Heinrich'süber das Mißlingen seiner kriegerischen Absichten zuschrieben; wennsie wahrzunehmen glaubten, daß die Franzosen über den gutenFortgang der holländisch-spanischen Unterhandlungen „vor Acrgerplatzten", während sie sich den Anschein gäben, dieselben von ganzemHerzen zu fördern.') Seit der Mitte des Juni waren diese Be-fürchtungen aber völlig unbegründet. Vielmehr drängten Heinrich IV.und seine Minister aufrichtig zu einem schleunigen und endgültigenFrieden, der wenigstens die Holländer verhindern würde, den In-triguen der Spanier und später vielleicht eintretenden ungünstigenVerhältnissen zum Opfer zu fallen, und der auch Frankreich dersteten Leistungen von Menschen und Geld an die Vereinigten Pro-vinzen überhebe?) Zugleich behielt jedoch der König die Zahlung der
1) KI8. Depeschen PecquiuS' vom 22. Juni, vom Juli und August.
2) Der Verlauf der Verhandlungen wird erweisen, wie richtig die schonS. 97 entwickelte und hier wiederholte Ansicht von Heinrich's IV. Politikbei den niederländischen Friedensunterhandlungen ist. Freilich läuft sie derbisher gewöhnlichen schnurstracks zuwider, wie nicht nur der phan-tastisch-unzuverlässige Motley, sondern auch der treffliche D event er (Oeäenb-stuklreu', III, Inleickwr; I>. XI.VI 5) sie noch formulirt: als habe Heinrich vonBeginn an beabsichtigt, nur einen 6 -7jährigen Waffenstillstand herbeizuführen,damit inzwischen die französischen und spanischen Prinzen und Prinzessinnenheranwüchsen und die Zwischenheirathen dann mit Cedirung der ganzen Nieder-lande an eines der jungen Paare geschehen könne. Eine solche macchiavellistischeAbsicht lag Heinrich IV. fern und beruht lediglich auf der bekanntlich sehrschwachen Autorität Franz Aerssen's. Vielmehr erweisen die authentischen Akten-stücke -- nicht nur des Königs offizielle Instruktionen, sondern auch der ver-