Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

schenken. Lediglich der Form halber, um das sosioZ» — „dasPrestige" — aufrecht zu erhalten, zögerte Philipp III. noch denganzen September hindurch mit der Ausstellung der Ratifikation;Anfang Oktober ging sie nach Brüssel ab.')

Der entscheidende Schritt war also gethan, und die Kinderder Geusen konnten die stolze Befriedigung genießen, ihre Unab-hängigkeit von deni Sohne Philipp's II. anerkannt zu sehen.Die ganze ungeheure Macht Spanien's war an den muthigcnHerzen und den starken Armen eines kleinen aber für bürgerlicheund religiöse Freiheit begeisterten Volkes zerschellt. — Nach langenVerhandlungen über formale Angelegenheiten ward Dezember 1607der Waffenstillstand verlängert und der Erzherzog eingeladen, LurchAbsendung einer bevollmächtigten Kommission nach dem Haag dieeigentlichen Friedensverhandlungen zu beginnen. Dank den spa-nischen Künsten und dem formalistischen Gebühren der damaligenDiplomaten war also ein volles Jahr vergangen, ehe man vonden Vorbereitungen zur Hauptsache gelangt war!

Heinrich IV. 'st war sehr unzufrieden mit den zahlreichenSchwierigkeiten, welche die Holländer über jede Formsache in denUnterhandlungen erhoben. Da er den Frieden nun für sicher hielt,wünschte er dringend den baldigen Abschluß desselben, um der be-deutenden Zahlungen an die Holländer enthoben zu sein. ImBeginne des November hatte er ihnen eine dritte Rate von l 50,000Thalern geschickt, die wie Regen auf dürres Land fiel. Aber erweigerte sich diese Zahlungen weiter zu leisten. Besonders aufPrinz Moritz als den Führer der Kriegspartei war er sehr ärgerlich,während er, um den Eifer des friedlichen Barnevelt zu erhöhen,demselben ein Geldgeschenk oder eine Pension in Ausfickt stellte.

0 Dep. Cornwallis v. ^^"^1 > ^Vi»n. lUem. II. 388 f. — Villeroy anIcannin, 17. Sept., 8. Okt.; I'etiwt II, XII, 371, 424 f.

2> N8. Dep Russy's v. 8. Nov. lParis). — Heinrich IV. an Jeannin,Villeroy an Feannin, 23. Nov.; XII. 528, 529 f.