Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

dendcn und zugleich völlig nutzlosen Anschuldigungen an. Mitdiesem ersten groben Fehler verband das madrider Kabinet einenzweiten, womöglich noch schlimmern. Heinrich IV. war ohneZweifel der Urheber dieser neuen Heirathsnegoziationcn; weil ersie -aber nur mittelbar, nicht direkt eröffnet hatte, sollte der spanischeBotschafter durchaus nicht von der Angelegenheit, um deren Willener doch ausschließlich gesandt war, zu reden anfangen, sondernwarten, bis man ihm von derselben spräche. Es war in der Thatkindisch, so viel Demuth von dem französischen Könige zu erwarten,daß er zum zweiten Male feine Töchter an die Spanier ansbietensollte!

Uebrigens wollte man den zustimmenden Bescheid zunächst imtiefsten Geheimnisse dem heiligen Vater mittheilen, und sollte diesereinstweilen die Unterhandlung weiter fuhren, da er sie begonnenhatte und sich beleidigt fühlen konnte, wenn man sie ihm jetzt ausder Hand nähme. Dies Geheimniß verhinderte freilich Lermanicht, dem französischen Gesandten Barrault zu erklären, daß voneiner Heirath zwischen dem Dauphin und der ältesten Infantil!nicht die Rede sein könne, damit nicht etwa die spanische Kronean Frankreich gelange, wenn die beiden Anfaulen ohne Nachkommen-schaft blieben; sondern nur von einer Vermählung der zweitenInfantil! mit dem Dauphin, die man freilich sehr gern sehen würde.Da die Spanier also damit anfingen, Schwierigkeiten zu erheben,hielt Barrault sich gänzlich in unwilliger Reserve?)

Und nicht minder als mit dem Auftrage, den man demaußerordentlichen Botschafter gab, versah man es mit dessen Per-sönlichkeit. Hier wäre ein gewandter und feiner Diplomat vonBeruf am Platze gewesen, der es verstanden hätte, dem dafür sehrempfänglichen französischen Herrscher zur rechten Zeit zu schmeichelnund jede Wendung der politischen Dinge im geeigneten Augenblicke

U Consulta des span. Staatsr. v 30. März; Nerrens 79 L - Dep.Barrault's v. 5. April; dass. 96 t.