Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

bereits am 23. Juli seinen Gesandten in Rom, dem heiligenPater rundweg zu erklären, daß er in keinem Falle um der Hei-rathen willen die Generalstaaten ihren Feinden überlassen welle;ein solcher Gedanke sei nie in seine Seele gekommen, da derselbeseiner durchaus unwürdig sei. — Dem Nuntius sagte Heinrich:es scheine, als habe man ihm Don Pedro nur geschickt, um ihnzu bedrohen; es sei unwahr, daß er jemals versprochen habe, dieHolländer zur Unterwerfung unter ein unabhängiges Flanderndirekt oder mittelbar zu nöthigen.') Die ungestüme Weise, inwelcher der spanische Botschafter seine Forderungen über diesenPunkt aufgestellt hatte, ließ den König sich viel schärfer abweisendäußern, als er es je zuvor gethan hatte. Der Nuntius war des-halb nicht ganz im Unrechte, wenn er über die plötzliche Sinnes-änderung des französischen Herrschers klagte.

Nicht minder unfreundlich sprach sich Don Pedro auö. DemNuntius, mit dem er auf das Vertraulichste verhandelte, theilte ermit: daß Graf Fuentes seinen König beständig zum Kriegedränge und der Herzog von Lerma, der einzige Vertreter friedlicherRathschläge am spanischen Hofe, sich zurückzuziehen im Begriffe sei,so daß Philipp III. sich mehr und mehr zur Wiederaufnahme desKampfes entschließe und in Person nach Flandern zu gehen beab-sichtige. Es waren dies sicher die frommen Wünsche Toledo's,der sich nur dem Nuntius gegenüber fälschlich als Anhänger derFricdenspartei hinstellte?) Ubaldini erkannte wohl, welches diewahren Gesinnungen des Marques seien, und daß, wenn derselbeder einzige Vermittler bleibe, an ein Gelingen der Unterhandlungennicht zu denken wäre. Er wollte also selbst als zweiter spanischerAgent thätig sein. Don Pedro hatte ihm ein freundliches Schreibenseines Monarchen mitgebracht; indem er dasselbe erwiederte, erboter sich, im Geheimen dem Katholischen Könige alle Dienste zu leisten.

>) ^18. Dep. Pccquius' v. 31. Znli (Brüsscl).

2 , Dep. Nlxildini's v. 23. Juli, p. 112 1. 122.