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Zweites Kapitel.
Schon vorher, in den ersten Tagen des Anglist, war die vom15. Juli datirte Entscheidung des Königs über die streitigen Punktein den Friedensunterhandlungen eingetroffen. Sie knüpfte jetztdas Zugeständniß der Souveränität für die Vereinigten Provinzenan die Bedingung der völlig freien Ausübung der katholischenReligion in denselben; nur ein solcher Vortheil für den Glaubenkönne den Monarchen zur Aufopferung seiner Erbrechte über jeneProvinzen bewegen. Es ist klar, daß Philipp III. mit dieserperemptorischen Erklärung, die er durchaus als sein letztesWort bezeichnete, nur eine wohlklingende Form für die Zurück-nahme seiner früheren Anerkennung und für den Abbruch derFriedensverhandlnngen finden wollte. Und als ob es damit nochnicht genug wäre, wies Philipp auch die Forderung freien Handelsnach den spanischen Kolonien durchaus von der Hand. Der Erz-herzog aber — er, der früher so friedlich Gestimmte! — war jetztmit dieser „äußerst zutreffenden" (mn/ nLortmln) Entschließungdes Königs durchaus zufrieden, dem er zu seiner „großen Christ-lichkeit und beständigem Eifer für den Dienst des Herrn" herzlichGlück wünschte. Er sprach sein volles Vertrauen aus, daß nachso ausgezeichnetem Wirken für die Sache Gottes dieser, wennetwa die „Jnselleutc" nicht Vernunft annehmen wollten, denSpaniern die größten Erfolge wider dieselben verleihen würde.Mit ähnlicher Zuversicht spricht sich Jsabella aus.') Doch ganzgeheuer war dem Erzherzog bei diesen kriegerischen Zurichtungenimmerhin nicht; weshalb hätte er sonst in demselben Athem umrecht baldige genaue Verhaltungsbefehle für den Beginn von Waf-fenstillstands-Nnterhandlungen gebeten?
Denn obwohl Albert, zumal unter spanischer Einwirkung, einemunehrenhaften Frieden den Krieg durchaus vorzog: noch lieber hätteer doch einen mehrjährigen Waffenstillstand gesehen. Einen solchen
Erzh. Albert an Lerma, 6. Aug., u. Zsabclla an denselben, 7. Aug.;
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