Band 
Dritter Theil.
Seite
184
JPEG-Download
 

184

Zweites Kapitel.

vielmehr zwei Wochen lang, bis zum 20. August, geheim hielten.Sie sahen voraus, daß ihr Bekanntwerden den Abbruch derFriedensvcrhandlungen herbeiführen werde; und bei einer so ent-scheidenden Wendung wünschten sie die vermittelnde und besänfti-gende Einwirkung Jeannin's, der erst am 14. August Abends ausPariS im Haag wieder anlangte. Endlich wollten sie die Verhand-lungen auch aus dem Grunde in die Lange ziehen, damit inzwischendas versprochene Geld aus Spanien eintreffen und sich in neueRegimenter verwandeln könne.

Die Folge jener Eröffnung war wirklich, daß die General-staaten am 25. August die Lerhandlnngcn für völlig beendigt er-klärten. Damit wäre der Bruch entschieden gewesen. IndeßJeannin veranlaßte die französischen und englischen Bevollmäch-tigten, schon am 27. desselben Monats den Generalstaaten einenlangjährigen Waffenstillstand vorzuschlagen. So heftig auch dieholländische Kriegspartei und besonders Prinz Moritz sich gegenden Stillstand erklärten, derselbe wurde im Prinzipe angenommen,allerdings unter der Bedingung, daß vorher die Freiheit der Pro-vinzen nicht nur für die Dauer des Stillstandes sondern für ewiganerkannt und diese Anerkennung binnen eines Monats von demspanischen Monarchen ertheilt werde. — Heinrich IV. wünschteübrigens den Stillstand mindestens auf die Dauer von fünfzehnJahren abgeschlossen zu sehen.')

Der Erzherzog, der inzwischen durch die endliche Ankunft derlange und sehnlichst erhofften spanischen Snbsidien sich merkwürdigerfrischt fühlte, hatte auf den Erfolg der Waffenstillstands-Unter-handlungen nur wenig Hoffnung. Er gab Spinola den Auftrag,die Negoziationen unentschieden hinzuziehen, bis die Antwort desKönigs auf die Bedingungen der Generalstaaten anlange/und sicheinstweilen zu nichts zu verpflichten. Auch Spinola war der An-sicht, daß es mit dem Stillstände binnen kurzem kein besseres Ende

>) LI8. Toledo an Erzh. Albert, 29. Aug.