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Zweites Kapitel.
Grunde die Rechte des Königs nicht im Mindesten beeinträchtige.Da nun die Holländer auf ihrem Standpunkt verharrten, so nahmendie Dinge eine recht üble Wendung. Die belgischen Bevollmäch-tigten suchten dabei die Sache in die Länge zu ziehen, um denEntschluß ihres Königs aus Madrid abzuwarten. Da war es nunHeinrich IV. nicht zu verargen, wenn er ein solches Verfahren alsein ziemlich treuloses und hinterlistiges betrachtete und dem gegen-über die Holländer ermuthigen wollte. Er sandte also Mitte Sep-tember (1608) den französischen Truppen in holländischem Soldeeine Verstärkung von 4,000 Mann unter dem Maitre-de-CampHerrn v. Corbic zu.') Er hielt gleichfalls dafür, daß der Still-stand ebensowenig zu Stande kommen würde, wie der Friede;schrieb ihm doch Jeannin immer wiederholt: in zwei Punktendürfe man von den Staaten keine Nachgiebigkeit erwarten, einmalder vertragsmäßigen Freigebnng der katholischen Religion und dannder Erklärung ihrer Freiheit, die sie vollständig und ohne Begren-zung haben wollten.
Indessen begann sich aber des Erzherzogs und seiner Gemahlinwieder eine versöhnlichere und friedlichere Stimmung zu bemächtigen.Zn dieser Sinnesänderung trug vor allem bei die unglückliche Ge-staltung, welche die spanisch-französischen Hcirathsvcrhandlungennahmen, und — was damit eng zusammenhing — die neue Zn-sichernng und thatsächliche Gewährung der französischen Hülfe andie Holländer; endlich der völlige Mangel, in dem Belgien baldwieder von Spanien aus gelassen wurde. Besonders aus letzteremGrunde forderten sie jetzt abermals in Madrid friedfertige Beschlüsse.Vergebens flehte Villafranea den Erzherzog an, „um der LiebeGottes willen" den Holländern die Souveränität nicht zuzugestehen,ohne die Antwort des Königs abzuwarten, die ja nicht lauge mehrausbleiben könne; vergebens behauptete er, ein solcher Schritt sei
0 518. Berichte an Toledo aus dein Haag, 13.—15. Sept., und 518.Dep. Toledo's v. 18 Sept. (Paris).