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Zweites Kapitel.
schroffe Haltung der Gencralstaaten als „anmaßend, unrichtig undungerecht" zu bezeichnen; wenn er ferner die Holländer wiederholtermähnte, nicht auf Worte, wie „souverän auf immer" oderdergl. in der Anerkennnngsformel, zu bestehen, sobald dieselbe um-sonst hinreichend klar sei: so verbarg er doch andrerseits dem DonPedro nicht, daß im Falle eines völligen Abbruches der Friedensver-handlungcn Frankreich die Holländer nicht im Stiche lassen werde.
Erzherzog Albert kannte sowohl den augenblicklichen Standvon Toledo's Negoziationcn als auch den Charakter und die An-schauungen des französischen Herrschers zu gut, um nicht von der Zu-verlässigkeit der Versicherungen Heinrichs über diesen Punkt überzeugtzu sein. Da er nun auch von Spanien in völliger Entblößung vonallen Mitteln belassen wurde, so athmete er nur Ruhe und Frieden.Wenn selbst der kricgseifrige Toledo in Paris über das lange Aus-bleiben des königlichen Entscheides ungeduldig wurde, wer möchtees dem Erzherzoge verargen, der sich in der That in höchst peinigenderLage befand? Das ewige Zögern Philipp's III. machte die Verwer-fung der konigl. Ratifikation sehr wahrscheinlich; dann mußte unfehl-bar der Krieg von neuem ausbrechen, und es traf derselbe Belgienohne Mittel zur Vertheidigung, geschweige denn zum Angriff aufdie Feinde. Albert und Isabella zogen es in solcher Lage vor, inihren Berichten nach Spanien ihre Situation als eine verzweifeltezu schildern und dem Könige und Lerma dringend eine friedlicheEntschließung anzurathen. Nichardot suchte seinerseits durch Pec-quins den Don Pedro davon zu überzeugen, daß der Abschlußdes Waffenstillstandes die erste und unumgängliche Bedingung fürein freundliches Verhältniß zwischen Frankreich und Spanien sei,da sonst ersteres noch entschiedener als bisher auf die Seite derHolländer gegen den Katholischen König treten werde. Aergerlichrief der greise wallonische Staatsmann aus: „Wenn in unsermVertrage ein Verzicht auf die Souveränität parn sisinprs — fürimmer — enthalten ist, möge man mich peitschen! Das wissensie in Madrid nur zu wohl, beim gnädigen Gott; aber sie wollen