Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

ques etwas ab, der nun ausrief: „Die beiden Kronen müssen ein-ander gleiche Sicherheit geben." „Gebt sie mir nur," entgegneteder König — und damit war auch diese Audienz fruchtlos been-digt!") Der große Coup Don Pedro's — selbst von jener Ver-mählung zu beginnen — war vergebens ausgespielt, außer daß erpersönlich von nun an in den Augen Heinrich's und seiner Rätheetwas mehr Gnade fand, als bisher.

Aber der spanische Botschafter war ebenso übertrieben in seinenHoffnungen, wie in seinen Sympathien uud Antipathien, seinemEnthusiasmus, kurz wie in allem. Er wiegte sich nach wie vor inden schönsten Träumen. Drei Tage nach jener Audienz, währendder französische Staatsrath noch berieth, schrieb er seinem Könige:der Erzherzog möge nur standhaft sein, dann werde alles noch gutgehen; denn Villeroy sage selbst, wenn die Heirath stattfinde, werdeder französische Herrscher den Holländern so verdächtig werden, daßer sie bekämpfen müsse. Daraus hätte freilich Don Pedro geradeden Schluß ziehen sollen, daß sich eben Heinrich IV. auf die Hei-rath nicht einlassen werde. An diesem selben Tage drücke derKönig dem Pecquius von neuem die Befürchtung aus, daß dieSpanier ihn betrügen wollten, und daß man vor allem ein Mittelfinden müsse, die zukünftige Unabhängigkeit der Niederlande vorSpanien zu sichern.

Um diesen Punkt drehte sich in der That zunächst die Unter-handlung, von der übrigens selbst Ubaldini keinen günstigen Aus-gang mehr erwartete; an der Klippe dieser Frage wegen der vonSpanien zu gebenden Sicherheiten werde alles scheitern. Nur da-mit tröstete er sich, daß diese Negoziation doch den französischenKönig freundlicher für Spanien, vorsichtiger betreffs der Unter-

0 N8. Dep. Toledo's v. 16. Okt. (Paris). — N3. Dep. Pecquius' v.16 Okt. (Brüssel). — Sehr abgeschwächte und gemilderte Version in der Dep.Ubaldini's v. 14. Okt; Uerrens 175 k.

2) Dep. Ubaldini's v. 14. Okt.; I'errens 177 5.