Band 
Dritter Theil.
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Zweites Kapitel.

Die vermittelnden Gesandten, die Generalstaaten »nd der Erzherzogkamen iibcrein, baldmöglichst in Antwerpen die Verhandlungenzur endgültigen Redaktion der einzelnen Artikel des abzuschließendenVertrages aufzunehmen; man hoffte bis zum Beginne dieser neuenNcgoziationcn die Antwort auf Briznela's Werbung aus Madriderhalten zu haben.

Von Brüssel trug man nach Kräften zum Gelingen derletztem bei. Spinola verhehlte dem Könige Philipp nicht, daß erdurch fernere Verweigerung der Ratifikation nicht nur den Kriegmit den Holländern wieder entzünden, sondern auch die Franzosenund Engländer tief beleidigen werde. Der Erzherzog hatte kläglicheBerichte nach Madrid zu senden. Der Waffenstillstand nur biszum 15. Februar verlängert, Ablehnung der französischen und eng-lischen Gesandten, den „einfachen" Stillstand auch nur in Vorschlagzu bringen. Dabei die crzherzogliche Kasse „ohne einen Real",keine Spur von den aus Spanien allmonatlich versprochenen300,000 Dukaten, die unbezahlten Soldaten unruhig und zurEmpörung geneigt; der Kredit so gründlich erschöpft, daß mannicht daran denken konnte, sich an denselben zu wcudcn! llm sodringender bat Albert den Herzog v. Lerma, sich weder durch leereVorspiegelungen noch durch Leidenschaft blenden zu lassen, sondernda sich die finanzielle Unmöglichkeit, den Krieg fortzusetzen, heraus-gestellt habe, schleunigst den Waffenstillstand unter seinen einzigmöglichen Bedingungen zu ratifiziren, weil sonst der gänzliche Ver-lust der Niederlande gar nicht zu bezweifeln sei. Es warentraurige Weihnachten, welche diesmal das gute crzherzogliche Paarverlebte! —- Auch Juan de Maneieidor schrieb an Toledo über dentraurigen Zustand der flandrischen Festungen; wenn nicht baldigstGeld zu deren Ausbesserung anlange, so seien sie nicht zu halten.Diese Mittheilungen setzten den nervösen Marques v. Dillafraneain lebhafteste Aufregung. Wenn der König nicht bald Geld sendenwerde — meldete er nach Madrid — werde er selbst nach Brüsselreisen und dort alle seine Besitzungen verpfänden, um den Erzherzog