2.82
Zweites .Kapitel.
italienischer Sprache, wobei er die Ausdrücke turknntv, doickm unddergl. nicht schonte. Der boshafte Heinrich fand an dem Vorgängeungcmeines Vergnügen und äußerte über diese letzte Heldenthat desMarques: „Diese Posse ist mehr werth als die ganze Komödie."')
Nicht nur am Hofe, in ganz Paris athmete man auf, als am1. Februar 1609 Don Pedro endlich sein Abbernfungsschreibcnerhielt, freilich ohne daß sein Nachfolger bereits angelangt war.Selbst Pecquius, der im Anfange sein treuestcr Freund und Genossegewesen war, fühlte sich herzlich froh, dieses verkehrten, bald hitzigen,bald elegischen, für eine ernste und wichtige Unterhandlung durchausungeeigneten Menschen entledigt zu sein. In einem vertrautenBriefe (5. Februar) sagte er: „Endlich geht Don Pedro de Toledofort, indem er die Angelegenheiten ebenso zerfahren zurückläßt, wiesie bei seiner Ankunft waren, und in solchem Zustande, daß, wennder Friede nicht zum Abschluß kommt, wir von dieser Seite nurjede Art der Bitterkeit und Feindschaft zu erwarten haben." —Dies war von befreundeter Seite, gewiß keine gute Nachrede aufdie Thätigkeit Villafranca's!
Am 5. Februar hatte derselbe nach zweimonatlicher Unter-brechung noch einmal Audienz bei Heinrich IV., die ohne wichtigeEröffnungen von der einen oder anderen Seite freundschaftlichverlief. Dennoch konnte Don Pedro sich nicht enthalten, seinemAerger einigermaßen Luft zu machen, indem er dem französischenHerrscher eine Vorlesung über die'gegenseitigen Pflichten der Königehielt. „Die Unterthanen eines souveränen Fürsten", sagte er, „diesich dem Gehorsam desselben entziehen, find wahrhafte Nerrätherund als solche unwürdig jeder Hülfe und Unterstützung durch diebenachbarten Fürsten, selbst wenn diese Feinde jenes Sonverains
>) Chambcrlain an Carleton, 2l. Fcbr.; Lourt nn.I times ol )ames I.(London 1848) I-, 88. — Ueber den Vorgang selbst außer pournal <Ie I'Uslvile,31. Jan., noch IU8. Dep. Pecquius' v. I.Febr. (Wien, H. H. u. St. A. I'L. 191) u. KI8. Pecquius an Praetz, 5. Febr. (das. 190).