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Drittes Kapitel.
So wurde der Savvyer von einer seiner ursprünglichen Ab-sichten nach der anderen zurückgebracht, ohne daß doch ein völligesZerreißen der Unterhandlungen stattgefunden hätte. Vielmehrmußten auf Befehl ihres Königs die französischen Gesandten stetsdie Liebe desselben zum Herzoge, seine Geneigtheit, mit ihm einvortheilhaftes Bünduiß zu schließen, betheuern, und durften nurimmer schrittweise und allmählich die Illusionen Karl Emanuel'szerstören. Inzwischen nahm der venetianisch-päpstliche Streit einenimmer heftigern Charakter an. Die Spanier forderten die italie-nischen Fürsten auf, an ihrer Seite zum Kampf für die heiligeSache der Kirche auszuziehen. Den Vortheil aus einem solchenKriege hätten nur die Spanier gehabt, für Savoyen hätte ein Siegder spanisch-päpstlichen Sache lediglich tiefere und vermehrte Knecht-schaft bedeutet. Der Herzog griff also zu dem äußersten verzwei-felten Mittel, gerade demjenigen, das Frankreich wünschte! Er gabjeden Anspruch auf die an dasselbe abgetretenen Aemter aus, ver-zichtete überhaupt auf jede andere Forderung, als die einer Ent-schädigung für die bisher aus Spanien bezogenen Pensionen, undwarf sich völlig in die Arme Frankreich's, den Lohn dafür von derGnade und der Billigkeit des Königs erwartend — wenn der letz-tere einen sofortigen Angriffskrieg gegen Mailand beginnen wollte.Indeß so lebhaft auch selbst die französischen Kardinäle zu einemsolchen Kampfe riethen, Heinrich IV. hielt die Zeit dazu für nochnicht gekommen und zog es vor, die venetianischen Irrungen durcheinen friedlichen Ausgleich Vortheilhaft zu schlichten. Er verhieltsich deshalb dem Herzoge gegenüber einstweilen ruhig und kühl,das Weitere dem Gange der Ereignisse überlassend. Wenn KarlEmanuel, um Heinrich zu eifrigerer Werbung um ihn zu veranlassen,von Zeit zu Zeit Miene machte, sich den Spaniern wieder anzu-schließen, so berührte das den König wenig, der wohl wußte, wojetzt der Savoyer seinen Vortheil zu finden glaubte.')
')Dep.DuPerron'sv. 27. Juni, 25.30. Juli, 8. Aug. p.902 1.910.9211.930. —Instr. an DuFrcsnes v. IO.Nov.,1.. w. VII. 28- —E. Dcp.Irraraga's v. 13. Dez.