Band 
Dritter Theil.
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Die französische Partei in Europa.

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plötzlich die Augen über die Bedeutung des kleinen Alpcnstaatesauf. Der spanische Gesandte in Turin, Graf Onate, erhielt durcheinen eiligen Kurier die Weisung, die volle Zustimmung seinesKönigs zu den beiden Vermählungen — die dann in: März (1608)mit großem Glänze in Turin gefeiert wurden — sowie zu demfür Savvyen vortheilhaftcn Ländertausche mit Mantua auszusprechcnund jeder der beiden Bräute die 200,000 Goldthaler von ihremspanischen Oheim zu verwilligen. Der Ausgang der venetianischenund der bündnerischen Angelegenheit hatte doch den madriderStaatsmännern bewiesen, daß sie den italienischen Fürsten gegen-über mildere Seiten aufziehen müßten, daß es nicht angebrachtsei, nur immer in dem Tone des gestrengen Herrn gegen dieselbenzu verfahren. Ueberhaupt war Spanien einstweilen für dieeuropäischen Verhältnisse sehr friedliebend gesinnt. Es beabsichtigtemit Hülfe des Papstes und des Herzogs von Toskana einen um-fassenden Angriff auf die Barbareskenstaaten zu unternehmen, durchderen Eroberung es zugleich sich ein wesentliches Verdienst um diesüdenropäische Christenheit erworben, das westliche Mittelmeer ineinen spanischen Binnensee umgewandelt und feine Herrschaft überItalien befestigt hätte. So floß die madrider Regierung vonFriedensbcthenerungen über, wies alle Anerbietungcn französischerUnzufriedener zur Ueberlieferung von Grenzstädten und andernVerräthcreien zurück und ließ bei jeder Gelegenheit zumal demfranzösischen Herrscher erklären, daß sie Ruhe und Freundschaftbewahren wolle und von ihm dasselbe erhoffe.')

Es war die Zeit, wo die französisch-spanischen Hcirathspläneeine verheißungsvolle Gestalt annahmen. Zur Förderuug derselbentrug bei Heinrich IV. nicht wenig der Verdacht bei, den er ausder plötzlichen Freundschaft Spaniens für Karl Emannel gegen

l) Nein?.. cli I'. Lontarini 105. — dI8. Instr. an Irraraga v. 4. Febr.1008, u. IVI8. Königliche Apostillcn zu den Depesche» Irraraga'S v. 20. Aug.1007, 12. April 1008; Arch. v. Simancas (Paris, N.-A. X. 1400, 1401). —LI8. Dcp. Pecquilns v. 23. März 1008 (Brüssel).

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