Band 
Dritter Theil.
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Drittes Kapitel.

mit jener zu veranlassen (Juli, August). Man trieb mit ihm nundasselbe Spiel, wie mit Heinrich IV., indem man weder ja nochnein sagte; doch wollte man wenigstens indirekt und ohne sich vorden Habsburger» bloßznstcllen, denselben einen Stich versehen undbeauftragte Fosearini, dem pfälzischen Agenten Paul in Paris zurUnterstützung der Union bis eine halbe Million Goldthaler jährlichvon der Republik zu versprechen. — Noch unwürdiger war ihr durchAngst und Feigheit bestimmtes Verfahren gegenüber Heinrich IV.Plan schalt in Venedig maßlos auf diesen Fürsten, der stets nureigennützige Zwecke verfolge und znr Zeit der päpstlichen Irrungennicht allein selbst das Bündnis; mit Venedig ansgcschlagen, sondernauch die Verbindung zwischen diesem und England und den prote-stantischen Schweizern auf jede Weise zu verhindern gesucht habe;alles wollten die Franzosen beherrschen. Uebrigens seien die LeiterFrankreich's — man meinte Villeroy, Zcannin, Siliert) — mehrPapstler als wahre Franzosen. Gegen solche Leute hielt die Signoriealles für erlaubt. Sie beauftragte also Ende Juli Fosearini, denKönig schleunigst zum Abschlüsse eines Bündnisses mit Savoyenzu überreden, indem er Sr. Majestät die unermeßlichen Vortheileeiner festen Dcfensivallianz zwischen Frankreich und den italienischenStaaten darlege und ihren eigenen Anschluß in verlockende Aussichtstelle, aber ohne sich für Venedig selbst zu irgend etwas Bestimmtemzu verpflichten. Heinrich IV. war nun nicht einfältig genug, derfalschen Schlauheit der Venetianer zum Opfer zu fallen. Sodringend auch Fosearini, der persönlich ein begeisterter Anhänger deritalienisch-französischen Allianz war, dieser das Wort-redete — derKönig antwortete ihn: nur mit schönen Worten und dem Ausdruckseiner geneigten Gesinnung. Auch beauftragte er Champignv, eineabwartende Stellung einzunehmen; werde Venedig eine festere undbestimmtere Haltung zeigen, dann solle es wahrlich nicht zurückge-wiesen werden. Fosearini war ungerecht genug, das kühle Be-nehmen des französischen Monarchen der Ungeschicklichkeit undTrägheit Iaevb's zuzuschreiben, während er doch die Schuld theils