Die französische Partei in Europa.
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Nachfolgers etwas verlautet hatte. Ja, della Torre trug kein Be-denken, als Grund seiner Abreise anzugeben: sein Herr sei einergebener Diener des Katholischen Königs, aber Spanien verlange,daß derselbe nicht allein auf's Knie falle, sondern sich flach vorihm auf den Boden werfe, was doch für einen freien Fürsten einezu niedrige und bittere Lage sei.')
Indeß schon hatte die madrider Regierung einen andern Wegeingeschlagen, indem sie versuchte, durch gütliche Mittel ihren Ein-fluß auf den Herzog wieder zu gewinnen, und zwar auf eine Weise,die Spanien selbst nicht viel kosten, die feindseligen Türken schwächenund zugleich den kaum minder verhaßten Venetianern sehr unan-genehm sein würde. Sie boten ihm an, für sein mazedonischesUnternehmen eine große Bundesflotte zusammen zu bringen, derenGeneral er sein solle; alle Eroberungen sollten ihm gehören, nurein Hafen an der albanischen Küste für Spanien zurückbehaltenwerden. Dadurch würde Savoyen an die spanische Allianz gefesseltund zugleich in weitausschauende Unternehmungen verwickelt wordensein, Spanien aber eine Hafenstadt am adriatischen Meere gewonnenhaben, von der aus es der venetianischen Republik die kommerzielleund militärische Beherrschung der Adria hätte streitig machen können.Dies war für Venedig um so gefährlicher, als es nicht nur mitdem Papste iu neuen Zwist gerathen war, sondern auch mit Spanienselbst, und zwar gerade wegen jenes Meeres. Ihrer altüberliefertenPolitik gemäß, in demselben keine fremde Kriegsmarine zu dulden,hatten die Venetianer gegen die Einfahrt einiger spanischer Galeerenin jenes auf das Nachdrücklichste protestirt und im Wiederholungs-fälle Gewaltmaßregeln in Aussicht gestellt.") Allein die Spanierfürchteten den Zorn Venedig's durchaus nicht, wenn sie nur dengrößten Theil der übrigen italienischen Staaten auf ihrer Seitehätten, zumal sie auf die unerschütterliche Langmut!) und Bedächtig-keit der Republik zählen zu können glaubten. Den Papst hatten sie
') Dep. Cornwallis' v. Sept.; rvinv. LIem. II. 432.
LI8. Instr. an Zrraraga, Valladolid, 30. Aug.m. 10