Band 
Dritter Theil.
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Drittes Kapitel.

geradezu verweigert. Uud durfte er für die ohnehin chimärischenorientalischen Plane aus eine kräftige Unterstützung durch Spanienzu einen: Zeitraume hoffen, wo diese Macht durch ihre völlige Er-schöpfung gezwungen wurde, sich vor ihren verhaßtesten Gegnern,den niederländischen Rebellen, zu demüthigen? Der Herzog verhehlteNerrua nicht, daß er sich durch die Ergebnisse von dessen Sendungkeineswegs befriedigt fühle. Und mußte es nicht seinen Verdachtgegen die wahren Absichten Spanien's erhöhen, wenn er sah, wieman dort die Abfertigung Vcrrua's von Woche zu Woche hinaus-schob, die Galeeren abgehen ließ, die denselben nach Italien bringensollten, nur um einen Vorwand zu noch längerer Verschleppungzu haben?

Karl Emanuel war um so weniger gewillt, sich für theilstrügerische theils unzureichende Versprechen an Spanien zu über-liefern, als endlich seine Verhandlungen mit Frankreich einengünstigern, bei weitem verheißungsvollern Verlauf nahmen.

Während Verrua in Spanien anlangte, hatte der Herzogdem Herrn von Jacob aufgetragen, ruhig weiter in Paris dieDinge abzuwarten, ohne sich sei es zu hitzig sei es zu kalt zu zeigen.Anfangs schien dies keine Früchte zu tragen und Jacob hatte sichnoch immer über die Zurückhaltung der französischen Staatsmänner,ja über die unfreundlichen Reden zu beklagen, die Heinrich I V. über denHerzog führte.') Da, nach dem l 0. Januar 1609, trat plötzlich einvölliger Umschwung in dem Verhalten der französischen Ministergegen Savohen ein.

Mit der Audienz, die Toledo am 8. Januar erhielt, nahmdie spanisch-französische Heirathsunterhandlung ein definitives Ende;jede Hoffnung auf ein besseres Verhältniß zwischen den beidenkatholischen Großmächten war verschwunden. Im Gegentheil glaubteHeinrich IV. zu bemerken, daß die Spanier alles thäten, um ihnmit England, Venedig und mit dem Papste zu verfeinden. Dieser

Kl8. Jnstr. an Jacob, 24. Dez. 1608, u. Dep. Jacob's von Auf. Jan.1609; Turm, St.-U. wettere tVImitztri N. 1!.