Die französische Partei in Europa.
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die Hauptstütze der Gegenreformation zu bekämpfen. Die Annäherungging jetzt von deutscher Seite aus, da der deutsche Protestantismussich von dem immer rücksichtsloser parteiischen Auftreten des Kaisers,der Reichsgerichte und der katholischen Fürsten schwer bedroht fühlte;noch vor der Aussöhnung zwischen Heinrich IV. und Bouillonmachte Kurpfalz neue Anträge in Paris, welche der König, freilicherst nach der Unterwerfung Bouillon's, gern entgegennahm, da sieim Grunde nur seinen eigenen Wünschen zuvorkamen. Infolge dieserNerhandlungen trat Fürst Christian v. Anhalt seine schon erwähnteReise im pfälzischen Auftrage nach Paris an. Durch die letztjährigenErfahrungen von der unbedingten Nothwendigkeit eines starkenBundes der deutschen Protestanten überzeugt, war Kurpfalz jetztbereit zur Veranlassung einer deutsch-evangelischen Union mit An-schluß an Frankreich. Heinrich war auch gewillt, einem solchenBunde jede Unterstützung zu gewähren, nur sollte er nicht verpflichtetsein, nach Aufforderung seitens seiner Verbündeten zu äußerstenBeschlüssen, d. h. zu förmlichem Kriege zu greifen. Den Zeitpunkteiner Kriegserklärung an die Habsburger seinem eigenen Gut-befinden vorzubehalten, einen solchen Kampf nicht auf fremdeVeranlassung, sondern nur zu eigenen Zwecken und unter selbst-gewählten Umständen zu beginnen: diesen Gesichtspunkt batHeinrich IV. — und gewiß mit vollem Rechte — unbedingt fest-gehalten in seinen Verhandlungen mit den italienischen Staatenso gut wie mit den deutschen. Das Geheimniß, welches dieleNcgoziationen umgab, wurde übrigens so erfolgreich gewahrt, daß dieGesandten der Habsburgischen Mächte am französischen Hofe zunächstder Meinung waren, Fürst Christian unterhandele, wie er es vor-gab, wirklich nur über die Rückzahlung der ihm ehemals vonHeinrich IV. entliehenen Summen.')
Heinrich knüpfte an diese Unterhandlung einen umfassendenPlan, der abermals beweist, wie sehr dieser geistvolle Staatsmann
l) Dep. Ayala's v. I.. 7., 9 , 22. Aug. 1606 (Wien). — Br. u A.I. 468 l. 507. — liommel, 306 s.