Die französische Partei in Europa.
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faßten. Natürlich war Heinrich entzückt über das „weise Beispiel",welches diese Fürsten gegeben, und ward nicht müde, auch dieanderen evangelischen Reichsstände zur Nachahmung desselben znermähnen.') Endlich erfüllten die Gründung der evangelischenUnion zu Ahausen im Mai 1608 und die schnelle Ausdehnung,welche dieselbe nahm, die Wünsche des französischen Königs in diesemPunkte vollständig. Die bedeutende Macht, die durch Herstellungdieser Union die protestantische, franzosenfreundliche Partei in Deutsch-land erhielt, war zugleich ein großer Gewinn für Frankreich, dieKrönung eines von der französischen Diplomatie lange verfolgtenStrebens. Dieses Ereigniß legte Heinrich den Gedanken nahe, denHauptangriff auf das habsburgischc Gesammthans in Deutschlandzu unternehmen.
Der evangelischen Union trat auch ein Fürstengeschlecht bei,das zu den alten Verbündeten und Freunden Frankreich's in Deutsch-land gehörte, obwohl es in dem letzten Jahrhundert wenig Rühm-liches von sich hatte vernehmen lassen, das Haus Brandenburg.Jetzt schien sich ihm eine größere Zukunft vorzubereiten durch denbevorstehenden Anheimfallt der wichtigen preußischen Erbschaft; undHeinrich IV., der nichts unterließ, was die evangelischen FürstenDeutschlands zu stärken vermochte, bemühte sich,-) dem KurfürstenJoachim Friedrich die bedeutenden Schwierigkeiten, welche der Ver-größerung seines Hanfes von Seiten der preußischen Stände selbst,sowie des Suzeräns, der Krone Polen, sich entgegenstellten, über-winden zu helfen. Mit allen Mitteln der Diplomatie verfocht er diebrandenburgischen Ansprüche bei den bezüglichen politischen Faktoren.Gleiche Förderung erfuhr von ihm dann Joachim Friedrich's Nach-folger Johann Sigismnnd. Freilich erlangte derselbe erst im Jahrel6II, also nach Heinrich's Tode, die gewünschte Belohnung mit
*) Bommel 359.
2) Kettres laimes <!e Kon§ar8, j). (^XXVIII sf. — Kettr. mi^s. VII 209 5.— Komme! 99, 380, 384.