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Viertes Kapitel.
Tochter nach Baiern zu schicken: aus Furcht, der König möchtesich zunächst gegen ihn wenden, um ihn wirklich zur Vermählungseiner Tochter mit dem Dauphin zu zwinge». Vielmehr hatte derHerzog dieselbe seinem Neffen und natürlichen Erben, dem Grafenvon Vaudemont, bestimmt?)
Das war also die Lage im Herbste 1609: Heinrich war derUnterstützung ziemlich sicher von Seiten der evangelischen Unionin Deutschland und der Herzoge von Savoyen und Mantua; sonstlieferte nur Holland einen geringen Beistand. Das Haus Habs-burg dagegen hatte außer über seine eigenen immerhin höchst be-trächtlichen Machtmitteln und über die katholische Liga in Deutsch-land auch über eine Anzahl italienischer Fürsten zu verfügen.
Die Spanier gaben sich unausgesetzt die größte Mühe, auchden Savoyer wieder auf ihre Seite zu ziehen. Sie hatten amturiner Hofe einen geschickten und einflußreichen Agenten in demKardinal Aldobrandini, der eine hohe spanische Pension angenommenhatte und trotz aller Versuche Heinrich's, ihn durch noch größereVortheile zu gewinnen, unentwegt auf der spanischen Seite ver-harrte, zu der er auch mit beständiger Mühewaltung Karl Emannelhinüberzuziehen suchte. Da die Unterhandlungen mit dem GrafenVerrua nicht znm Ziele geführt hatten, so hielten die Spanier jetztdem Herzoge eine neue Lockspeise vor: für seinen dritten Sohn,den Kardinal, das soeben erledigte Erzbisthum Monreale in Sizi-lien, dessen Einkünfte auf jährliche 40,000 Goldthaler veranschlagt
') Dep. Cardenas' v. 30. Sept, 29. Nov. 1609, Br. n. A. II, 130 0489 k. — S48. Dep., Cardenas' v. 27. April 1610. — Consnlten deSspan. Staatsr. v. 27. Oct. 1609, 5. Jan., 27. April 1610; Paris, Nat.-Arch.14. 1426, 1427. — VI8. Philipp IV. an Cardenas, Madrid, 6. Nov. 1609;das. 14. 1452. — kel8. Dep. Ubaldini'S v. 12. Sept. 1610. — Die AngabenBassompierre's in seinen Memoiren (Mob. er i'ous. II, VI, 58 IIP sind so ro-mantisch, werden so durchaus von keinem andern Berichterstatter bestätigt, wer-den endlich durch die Behauptung, alles sei nur mündlich abgeschlossen, so ver-dächtig, daß wir sie dem Widersprüche der oben bezeichneten Quellen gegenüberaufgeben müssen. Schon Mttorio Siri verwirft sie (Nsm. recon-I. II, 37 1b).